„Abenteuer Fördern“: Niedersächsische Sparkassenstiftung und VGH-Stiftung feiern Geburtstag

Aktionstag am 4. Juli 2015 in Hannover

Abenteuer Fördern: Unter diesem Titel stehen der 30-jährige Geburtstag der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der 15-jährige Geburtstag der VGH-Stiftung. Gefeiert wird am Sonnabend, 4. Juli, gemeinsam in Hannover mit einem Blick hinter die Kulissen vieler Förderpartner sowie dem Erscheinen eines Künstlerbuches mit Fotografien von Sascha Weidner und Texten von Jan Böttcher zu ihren Abenteuern in Niedersachsen.

„Abenteuer Fördern“ ist abgeleitet vom Thema „Abenteuer“ der diesjährigen Niedersächsischen Musiktage der Sparkassenstiftung und des Literaturfestes der VGH-Stiftung. „Abenteuer Fördern“ ist aber auch eine Umschreibung für die Fördertätigkeit überhaupt, ist doch jedes neue Projekt trotz aller sorgfältiger Vorbereitung und Prüfung immer ein Wagnis mit offenem Ausgang, eingegangen im Vertrauen auf die Förderpartner und die Kraft ihrer Ideen.

Materielle Impulse: 125 Millionen Euro für mehr als 4.300 Projekte

Dieses Vertrauen hat vielfältige und reiche Früchte getragen: Mit einer Fördersumme von insgesamt rund 125 Mio. Euro (VGH-Stiftung: 10,55 Mio. €; Niedersächsische Sparkassenstiftung: 114,41 Mio. €) konnten mehr als 4.300 Vorhaben unterstützt werden (VGH-Stiftung: 788 Projekte, Niedersächsische Sparkassenstiftung: 3.530 Projekte).

„Mit Fördersummen zwischen 500 und 400.000 € wurden kleine wie große Projekte in den ländlichen Regionen genauso wie in großen Städten unterstützt. Sie alle eint ihre Bedeutung für die Menschen vor Ort“, sagten Thomas Mang, Präsident der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, und Friedrich v. Lenthe, Vorsitzender des Vorstandes der VGH-Stiftung, in einem Gespräch in Hannover.

„Die Gründung der Stiftungen hat sich als segensreich und vorausschauend erwiesen. Jenseits unternehmerischer Interessen und unternehmerischen Erfolges sind die Stiftungen ein Vehikel unabhängiger Förderung der Kulturlandschaft“, erläuterten Mang und v. Lenthe.

Sie führten aus: „Gerade in wirtschaftlich instabilen Zeiten ist die verlässliche Zukunftssicherung von Kernwerten unserer Gesellschaft, wie sie sich in Museen, Konzertsälen, Bürgerhäusern und Parkanlagen, Bibliotheken, Literaturhäusern oder Universitäten widerspiegelt, von immenser Bedeutung. Schönwettersegeln ist das eine, Durchhalten und den Motor anwerfen, wenn schlechtes Wetter kommt, das andere.“

 

Ideelle Impulse:

1. Nachhaltigkeit und Qualität sichern

„Zugleich sind die Stiftungen Ausdruck der Philosophie unserer Sparkassen-Familie und bilden deren gemeinwohlorientierten Kern“, erläuterte Thomas Mang weiter: „Das regionale Wissen der Sparkassen und der Regionaldirektionen der VGH sowie unserer Gremien trägt, gepaart mit dem fachlich versierten Mitarbeiterteam, wesentlich zur Qualitätssicherung der Stiftungsarbeit und damit zur Bereicherung der niedersächsischen Kulturlandschaft bei.“

Friedrich v. Lenthe wies darauf hin, dass  die regionale Verwurzelung nicht nur die Nachhaltigkeit der Stiftungstätigkeit absichert, sondern es auch ermöglicht, auf aktuelle Entwicklungen einzugehen, Neues anzustoßen und dadurch eigene Akzente zu setzen: „Damit haben beide Stiftungen unter gemeinsamer Geschäftsführung in den vergangenen Jahren ihrer Tätigkeit ein deutliches Zeichen in der Kulturförderung gesetzt.“

2. Ideen stiften

Die Stiftungen zeichnet neben der Förderung wichtiger Initiativen im Land insbesondere  ihre operative Tätigkeit aus. So sind die Niedersächsischen Musiktage der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und das Literaturfest Niedersachsen der VGH-Stiftung aus dem kulturellen Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Dasselbe gilt für das Museumsgütesiegel oder das Musikland Niedersachsen, das die Sparkassenstiftung gemeinsam mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur und dem Museumsverband für Niedersachsen und Bremen bzw. der Stiftung Niedersachsen ins Leben gerufen hat, oder für den JULIUS-CLUB, den die VGH-Stiftung gemeinsam mit der Büchereizentrale Lüneburg und dem Kultusministerium veranstaltet.

3. Gemeinsam stärker

Durch die gemeinsame Führung haben die Stiftungen  in den vergangenen Jahren jeweils ein klares und eigenständiges Profil mit unterschiedlichen Förderbereichen entwickelt (Niedersächsische Sparkassenstiftung: Musik, Museen, Denkmalpflege, Bildende Kunst; VGH-Stiftung: Gartendenkmalpflege, Erhalt von beweglichem Kulturgut, Literatur, Leseförderung, Kunstvermittlung, Museumspädagogik, Historische Forschungen, Mildtätigkeit). Gleichzeitig konnten und können große Vorhaben abgestimmt gefördert werden.

Jüngstes Beispiel für dieses gemeinsame Wirken ist das Dommuseum Hildesheim: Die VGH-Stiftung hat in ihrem Schwerpunkt „Bewahrung von beweglichem Kulturgut in Museen und Archiven“ die Restaurierung eines Gobelins aus dem 16. Jahrhundert mit dem Titel „Unterweisung des Thronfolgers“ mit rund 100.000 Euro gefördert. Dieser Gobelin ist nun zentrales Ausstellungsstück der neu konzipierten Schau des Dommuseums, die durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Sparkasse Hildesheim innerhalb ihres Förderschwerpunktes „Museen“ mit 250.000 Euro unterstützt wurde.

Aktions-Tag am Sonnabend, dem 4. Juli 2015, in Hannover

Der Geburtstag der Stiftungen wird mit einem gemeinsamen Aktions-Tag am Sonnabend, dem 4. Juli 2015, in Hannover begangen. „Wir freuen uns, dass wir viele Förderpartner gewinnen konnten, ihre Arbeit einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen“, sagte die Geschäftsführerin beider Stiftungen, Sabine Schormann.

Nachmittags gibt es ab 15 Uhr einen Blick hinter manche Türen, zum Beispiel in den Erweiterungsbau des Sprengel Museums, das Ronald-Searle-Archiv im Museum Wilhelm Busch oder in das Chorhaus der Christuskirche zu einer öffentlichen Probe des Mädchenchores. Für Kinder wird zum Beispiel ein Kunsttauchkurs im Kunstverein Hannover oder ein Bookslam der IGS Südstadt in der Stadtbibliothek angeboten.

Am Abend des 4. Juli stehen um 19 Uhr in der Marktkirche in Hannover die Nieder-sächsischen Musiktage der Sparkassenstiftung und das Literaturfest der VGH-Stiftung  im Zentrum. Unter der Dramaturgie von Ulrich Woelk entsteht ein Abend mit Musik und Texten zum Thema Abenteuer, dargeboten von der Noord Limburgse Brass Band (Belgien) mit  Ivan Meylemans und Jeroen Berwaerts (Trompete und Gesang) sowie dem Sprecher Rufus Beck.
Stephan Weil, Niedersächsischer Ministerpräsident, hat für ein Grußwort zugesagt.

Alle Aktionen werden für die Bürger Niedersachsens kostenfrei angeboten. Das gesamte Jubiläumsprogramm  ist zu finden unter www.abenteuer-foerdern.de. Dort können Interessenten sich auch kostenfreie Einlasskarten für die Abendveranstaltung bestellen.

Ausstellung in der VGH galerie

In der VGH galerie wird als Beispiel für die enge Zusammenarbeit seit dem 21. Mai bis zum 16. August 2015 begleitend zu den Stiftungsgeburtstagen das von beiden Stiftungen für das Deutsche Pferdemuseum in Verden angekaufte bzw. erschlossene Archiv der Fotografenfamilie Menzendorf gezeigt.

Die vom stellv. Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der VGH-Stiftung, Historiker Michael Heinrich Schormann, zusammengestellte Ausstellung zeigt unter dem Titel „Ein Leben (nicht) nur für Pferde“ Aufnahmen, die durch Mitglieder der Familie Menzendorf in über neun Jahrzehnten entstanden sind – vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik.

Publikation „Des Sascha Weidners und des Jan Böttchers einzig wahre Erlebnisse…“

Als künstlerische Intervention wurden schließlich der Autor Jan Böttcher und der Fotograf Sascha Weidner gebeten, sich auf die Suche nach „Abenteuer(n) in Niedersachsen“ zu begeben und ihre Entdeckungen in einer Publikation festzuhalten.

Jan Böttcher stammt aus Lüneburg, lebt in Berlin und hat u. a. das Buch „Das Lied vom Tun und Lassen“ geschrieben, mit dem er auch an der LiteraTour Nord teilgenommen hat. Im Moment schließt er gerade einen weiteren Roman ab. Er hat mehrere Auszeichnungen erhalten, zuletzt das Arbeitsstipendium des Landes Niedersachsen. Sein Blog aus Helsinki spricht für eine gute Beobachtungsgabe. Mehr unter www.janboettcher.com

Sascha Weidner, geboren in Georgsmarienhütte bei Osnabrück, hat an der HBK Braunschweig in der Klasse von Dörte Eißfeldt studiert. Auch er wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Entrepreneur 4.0 Award in Baden-Württemberg. Er erhielt verschiedene Stipendien u. a. in Sydney, Kyoto oder Los Angeles und stellte vielfach aus, z. B. 2009 im Museum für Photographie in Braunschweig, 2011 bei c/o Berlin oder 2013 in der VGH galerie Hannover.

Tragischerweise verstarb Sascha Weidner völlig unerwartet mit 39 Jahren am 9. April auf seiner Tour durch Ostfriesland.  Dank Jan Böttcher und Ole Truderung (Grafiker des Werks) kann die geplante Publikation dennoch in memoriam Sascha Weidner zum 4. Juli unter dem an Münchhausen angelehnten Titel erscheinen: „Des Sascha Weidners und des Jan Böttchers einzig wahre Erlebnisse zu Wasser und zu Land, zu Pferd und zu Fuß, im Krieg und im Frieden, in der Luft so wie in den niedersächsischen Ländern und Bremen in diesem Jahr ganz neu verfasst und fotografiert von ihnen selbst“ (ISBN 978-3-00-049834-3)

 

Kontakt:

VGH-Stiftung
Niedersächsische Sparkassenstiftung
Martina Fragge – Leitung Kommunikation
Telefon: 0511/ 3603 – 494
martina.fragge@svn.de

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