Bilanzpressekonferenz: Jahreszahlen 2013

VGH wächst in allen Sparten / Marktführer beweist in Rekordschadenjahr erneut Leistungsstärke

  • Landschaftliche Brandkasse: Kräftiges Beitragsplus von 5,3 Prozent
  • Provinzial Leben: Laufende Beiträge stabil, Einmalbeiträge legen zu
  • Provinzial Kranken: Private Pflegeversicherung als Wachstumsmotor

„Die VGH Versicherungen haben 2013 ein respektables Geschäftsergebnis erzielt – und dies trotz erheblicher Belastungen aus Unwetterereignissen und dem anhaltenden Niedrigzins am Kapitalmarkt. Als regionaler Marktführer konnten wir erneut Umsatz und Marktanteile in wichtigen Sparten und Kundengruppen ausbauen. Bei gleichzeitig gestärkten Sicherheitspositionen zeigt sich die VGH weiterhin stabil.“ Dieses positive Fazit zog Vorstandsvorsitzender Hermann Kasten auf der Bilanzpressekonferenz in Hannover.

Die vier Unternehmen der VGH – Landschaftliche Brandkasse Hannover, Provinzial Lebensversicherung Hannover, Provinzial Krankenversicherung Hannover AG und Provinzial Pensionskasse Hannover AG – weisen Gesamtbeitragseinnahmen in Höhe von 1,873 Mrd. Euro aus (Vj: 1,815 Mrd.). Dies entspricht einem Anstieg von 3,2 Prozent (Markt: +3,0 %, Quelle: GDV).

Positiv wertete Kasten auch die Kapitalanlageerträge: „Alle VGH-Unternehmen liegen über Plan. Das ist das Ergebnis unserer unternehmenseigenen Anlagestrategie. Auch in der Niedrigzinsphase gelingt es der VGH, Sicherheit, Rendite und Liquidität im Kundeninteresse verlässlich auszubalancieren.“

Allerdings musste die VGH nach dem Rekordschadenjahr 2012 bereits 2013 einen noch deutlich höheren Schadenaufwand verkraften. Vor allem Unwetterereignisse forderten die Leistungsstärke der Brandkasse. Unterm Strich blieb dennoch ein positives Ergebnis.

 

Brandkasse: Kräftiges Beitragsplus von 5,3 Prozent

Die Beitragseinnahmen der für die Schaden- und Unfallversicherung zuständigen Landschaftlichen Brandkasse Hannover bewegen sich deutlich über Vorjahresniveau und über Plan. Sie stiegen im selbst abgeschlossenen Geschäft um 5,3 Prozent auf 1.032 Mio. Euro. Damit überschritt das älteste Unternehmen der VGH erstmals die Eine-Milliarde-Euro-Grenze (Vj: 980 Mio.). Auch im Gesamtgeschäft liegen die gebuchten Bruttobeiträge der Brandkasse mit 1.079 Mio. Euro (Vj: 1.042 Mio.) und einem Plus von 3,5 Prozent über dem Branchenschnitt von 3,0 Prozent (Quelle: GDV).

Haupttreiber in den Schaden-/Unfallsparten sind die überplanmäßige Beitragsentwicklung in den Sachversicherungen (+3,6 %, insbesondere Wohngebäude: +5,2 %) und im Kfz-Geschäft (+9,3 %). Als erfreulich wertete Kasten auch den Zuwachs in allen anderen Sparten, dazu gehören insbesondere die Allgemeine Haftpflicht (+1,7 %), Rechtsschutz (+2,2 %) und Unfall (+2,5 %). Niedrige und weiter sinkende Stornoquoten stabilisieren die gute Beitrags- und Bestandsentwicklung. Auch die Beschwerdezahlen liegen mit kaum 400 auf fast vier Millionen Policen im dauerhaft niedrigen Bereich – ein Zeichen großer Kundenzufriedenheit.

Stark belastet wurde die Ausgabenseite der Brandkasse. Hermann Kasten: „Der unternehmenshistorisch höchste Schadenaufwand aus dem Jahr 2012 wurde 2013 bereits wieder getoppt. Nie zuvor haben wir so viel für unsere Kunden geleistet.“ Verantwortlich waren vor allem Wetterextreme. Unwetter, wie der schwerste Hagelsturm in der Geschichte der Brandkasse vom 27. Juli oder die Orkane ‚Christian‘ am 28. Oktober und ‚Xaver‘ am 5. Dezember, trieben den Schadenaufwand um mehr als 120 Millionen Euro in die Höhe. Allein für Wohngebäudeschäden stiegen die Ausgaben um 39 Prozent. Aus der Kfz-Teilkaskoversicherung erhielten VGH-Kunden insgesamt 49 Prozent mehr als im Vorjahr, in der Vollkasko betrug der Mehraufwand 19 Prozent. Hinzu kam eine Häufung von Kfz-Haftpflichtfällen. Eine Reihe teurer Großbrände hinterließ ebenfalls Spuren in den Büchern der Brandkasse.

Insgesamt musste die Brandkasse 856 Mio. Euro für Schäden aufbringen (Vj: 738 Mio.). Dieser Zuwachs von 16,0 Prozent bewegt sich noch über dem ohnehin starken marktweiten Anstieg (GDV: +11,6 %). Lag die Schadenquote der Brandkasse 2012 bei 71,7 Prozent, kletterte sie 2013 auf 78,6 Prozent. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) erreicht dadurch 104,7 Prozent (Vj: 98,3 %, GDV 2013: 102,0 %).

Die Kapitalanlagen der Brandkasse wachsen von 2,63 Mrd. Euro (2012) auf 2,79 Mrd. Euro, der Ertrag daraus erreicht 91 Mio. Euro (Vj: 96,8). Trotz anhaltend niedriger Kapitalmarktzinsen erzielt die Brandkasse eine solide Nettoverzinsung von 3,4 Prozent (Vj: 3,7 %). Unter Berücksichtigung der sehr hohen Schadenaufwendungen erreicht der Überschuss vor Ertragsteuern und Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) immer noch einen positiven Wert von 24,2 Mio. Euro (Vj: 36,5 Mio.)

 

Provinzial Leben: Laufende Beiträge stabil, Einmalbeiträge legen zu

Die Beitragseinnahmen der Provinzial Lebensversicherung Hannover liegen inklusive Provinzial Pensionskasse Hannover AG mit 736 Mio. Euro erneut über dem Vorjahreswert von 715 Mio. Euro. Einen wichtigen Anteil am Beitragsplus von 2,9 Prozent (GDV: +4,0 %) haben Rentenversicherungen, die gegen Einmalbeiträge abgeschlossen wurden. Das gesamte Einmalbeitragsgeschäft der Provinzial, bei dem es sich nicht um Kapitalisierungsprodukte, sondern um echte Altersvorsorge handelt, erreicht 203 Mio. Euro (Vj: 181 Mio., +12,4 %).

Thomas Krüger, Vorstand für Personenversicherungen und Kapitalanlagen: „Im Neugeschäft macht sich auch die Bevölkerungsalterung zunehmend bemerkbar. Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer, die inzwischen 45 bis 55 Jahre alt sind, fragen verstärkt Einmalbeiträge zur Altersvorsorge nach.“ Dagegen nimmt die Zahl der Jüngeren demografisch bedingt ab, die für eine langfristige Altersvorsorge gegen laufenden Beitrag in Frage kommen. Die entsprechenden Einnahmen konnte die Provinzial trotzdem mit 504 Mio. Euro annähernd auf Vorjahresniveau stabilisieren (509 Mio., -0,9 %).

Für Versicherungsfälle, ausgezahlte Gewinnanteile und Rückkäufe zahlte die Provinzial Leben ihren Kunden 737 Mio. Euro aus (Vj: 697 Mio.). Krüger: „Bei der Provinzial Leben bedient die große Mehrheit der Versicherten ihre Altersvorsorgeverträge bis zum Ende der Laufzeit. Wir sprechen hier also ganz überwiegend von regulären Ablaufleistungen mit hohen Realwertrenditen.“

Dass die Zahl der Vertragskündigungen konstant niedrig liegt, interpretierte Krüger als Beleg für die hohe Produkt- und Servicequalität: „Unsere beitragsbezogene Stornoquote bewegt sich mit 3,8 Prozent dauerhaft deutlich unterhalb des Marktdurchschnitts von fünf Prozent. Auch die derzeit leider oft undifferenzierte Kritik am Modell der Lebensversicherung kann das Vertrauen unserer Kunden nicht erschüttern. Sie schätzen ihre Altersvorsorgeverträge zu Recht als krisenfest ein.“

Die Kapitalanlage der Provinzial Leben wächst von 7,41 Mrd. Euro (2012) auf 7,65 Mrd. Euro. Das Anlageergebnis beträgt trotz Niedrigzinsniveaus 336 Mio. Euro (Vj: 329 Mio.). Die Nettoverzinsung beläuft sich wie im Vorjahr auf 4,5 Prozent. Gut 0,5 Prozent davon speisen sich aus der Hebung von Bewertungsreserven. Mit der ausgewiesenen Nettoverzinsung ist die Dotierung der Zinszusatzreserve als bilanzielle Vorsorge für eine länger andauernde Niedrigzinsphase gesichert. Auch die beachtliche Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven wird aus der Nettoverzinsung bedient. Letztere liegt auch unter Berücksichtigung beider Posten unverändert über den durchschnittlichen Garantieverpflichtungen der Provinzial von derzeit 3,25 Prozent.

Der Bruttoüberschuss – nach Beteiligung an den Bewertungsreserven und Dotierung der Zinszusatzreserve – steigt auf 113,5 Mio. Euro (Vj: 105,7 Mio.). Thomas Krüger: „Mit der Überschussdeklaration für das Jahr 2014 erreicht die durchschnittliche Gesamtverzinsung unserer Lebens- und Rentenversicherungen 4,6 Prozent. Die darin enthaltene laufende Überschussbeteiligung von 3,25 Prozent ist mit einer leichten Reduktion von 0,25 Prozentpunkten vorausschauend und vorsichtig kalkuliert. Unsere Schlussüberschussanteile haben wir nicht verändert.“ Mit dieser Anpassung folgt die Provinzial ihrer auf langfristige Garantien ausgerichteten Kapitalanlagestrategie. Auch die von der Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin initiierten mittelfristigen Szenariorechnungen bestätigen der Provinzial Leben für die nächsten Jahre hohe Stabilität und Risikotragfähigkeit.

 

Provinzial Kranken: Private Pflegeversicherung als Wachstumsmotor

Zufrieden zeigt sich der Vorstand mit der Beitrags- und Leistungsentwicklung auch der Provinzial Krankenversicherung Hannover AG. Die Beitragseinnahmen erreichen 2013 einen Wert von 58,4 Mio. Euro und liegen damit über dem Niveau des Vorjahres (57,9 Mio. Euro, +0,8 %; Markt laut PKV: +0,7 %). Für Versicherungsfälle wandte die Provinzial Kranken brutto 24,7 Mio. Euro auf (Vj: 22,9 Mio. Euro).

Mit Einführung der staatlichen Förderung privater Pflegezusatzversicherungen und dem damit verbundenen medialen sowie politischen Fokus hat auch die Provinzial Krankenversicherung vom marktweit gestiegenen Bedarf im Pflegesegment profitiert, so der Vorstand. Beflügelt von den neuen Pflegeversicherungsprodukten, zog das Neugeschäft mit 468.000 Euro Monatsbeitrag gegenüber dem Vorjahr deutlich an (386.000 Euro).

Infolge des positiven Neugeschäfts wuchs auch der Bestand an versicherten Personen. Zum Ende des Geschäftsjahres schenkten 151.380 Kunden (+2,9%) der Provinzial Kranken ihr Vertrauen. Getragen wurde dieses Wachstum vor allem von Zusatzversicherungen, insbesondere der Pflegezusatzversicherung. In einem für das Vollversicherungsgeschäft schwierigen Marktumfeld nannte der Vorstand es besonders erfreulich, dass die Provinzial Kranken entgegen rückläufiger Branchenzahlen (-0,7 %) auch den Bestand ihrer Vollversicherten auf rund 14.500 ausbauen konnte.

In einem Kapitalmarktumfeld, das 2013 durch historisch niedrige Zinsen bei freundlichen Aktienmärkten geprägt war, erwirtschaftete die Provinzial Krankenversicherung ein Kapitalanlageergebnis von 8,9 Mio. Euro (Vj: 7,5 Mio. Euro). Daraus errechnet sich eine Nettoverzinsung von 4,1 Prozent (Vj: 4,0 %). Insgesamt schließt die Provinzial Kranken das Jahr 2013 mit einem guten Geschäftsergebnis ab. Der Überschuss vor Steuern und Zuführung zur erfolgsabhängigen RfB von 11,7 Mio. Euro (Vj: 12,2 Mio.) zeigt die stabile Ertragslage des Unternehmens.

 

Ausblick

Die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2014 sind verhalten optimistisch. Hermann Kasten: „Die deutsche Wirtschaft befindet sich am Beginn eines Aufschwungs, der sich in diesem Jahr spürbar beleben soll. Wachsender Optimismus wird die Investitionen beflügeln – und damit wird auch die Nachfrage nach Versicherungsschutz steigen.“

Mit der Integration von Aufgaben und Arbeitsplätzen der Regionaldirektion Hannover in umliegende Regionaldirektionen stärkte die VGH 2013 ihre traditionell dezentrale Aufstellung als wesentlichen Wettbewerbsvorteil. Als weitere Erfolgsfaktoren nannte Kasten die gute Produktausstattung, marktgerechte Preise und das landesweit beispiellose Servicenetz der VGH mit ihren elf Regionaldirektionen, rund 500 Vertretungen und etwa 1.100 Sparkassen-Geschäftsstellen zur Betreuung von 1,8 Millionen Kunden.

Trotz zweier schadenintensiver Jahre in Folge sieht der Vorstand die Brandkasse weiter auf Erfolgskurs. Sie ist als regionaler Marktführer mit hohen und wachsenden Marktanteilen bei Gebäuden und Autos zwar besonders von Massenschäden wie Sturm oder Hagel betroffen. „Aber wir verfügen über ein gutes Rückversicherungskonzept und treffen Bilanzvorsorge durch angemessene Schwankungsrückstellungen“, so Kasten. Flankiert von Leistungsverbesserungen in wichtigen Privatkundensparten, habe sich das Beitragsaufkommen auch im ersten Quartal 2014 stetig weiter entwickelt.

Die Provinzial Leben erweitert in der anhaltenden Niedrigzinsphase ihr Produktportfolio. Thomas Krüger: „Seit März 2014 bieten wir die neue ‚VGH Rente‘ an. Die Kunden können sich dann zwischen drei Produktvarianten entscheiden: die klassische Garantieverzinsung, eine Beitragsgarantie mit Indexbeteiligung oder unsere Investment-Rente mit eigenem, von der VGH gemanagtem Altersvorsorgefonds.“ Von der anstehenden gesetzlichen Korrektur zur Kundenbeteiligung an den Bewertungsreserven erwarten die deutschen Lebensversicherer, dass im Sinne der Generationengerechtigkeit alle Versicherten – und nicht nur ein Teil der Kunden – gut durch die Niedrigzinsphase gebracht werden. Damit die Gesamtheit der Versichertengemeinschaft weiterhin von langfristig planbaren Kapitalerträgen profitiert, muss der Gesetzgeber Sorge dafür tragen, dass die Lebensversicherer ihre sozialpolitisch gewollte Aufgabe auch künftig erfüllen können.

Durch den Ausgang der Bundestagswahl und die Agenda der Großen Koalition sind mittelfristig sichere gesundheitspolitische Rahmenbedingungen für die Private Krankenversicherung gewährleistet. Zudem erwartet die Provinzial Kranken insbesondere in der Pflegeversicherung eine weiter anhaltende Dynamik, da die vorhandenen Marktpotentiale längst nicht ausgeschöpft sind.

 

Redaktionshinweis:
Druckfähige Portraitfotos der Vorstandsmitglieder finden Sie hier.

 

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