Bilanzpressekonferenz VGH: Jahreszahlen 2014

VGH Versicherungen behaupten Vorsprung im Markt

  • Landschaftliche Brandkasse: Wachstum in allen Kernsparten
  • Provinzial Leben: Kunden vertrauen VGH auch 2014 mehr Geld an
  • Provinzial Kranken: Trend zur privaten Vorsorge bleibt ungebrochen

„In einem anhaltend schwierigen Marktumfeld konnten die VGH Versicherungen auch 2014 Umsatz, Marktanteile und Kundenbestand ausbauen.“ Dieses Fazit zog Vorstandsvorsitzender Hermann Kasten auf der Bilanzpressekonferenz in Hannover. Das Neugeschäft bleibt in allen wichtigen Sparten und Kundengruppen auf hohem Niveau. Kasten: „Das verdanken wir einerseits der dauerhaft hohen Vertriebsleistung unserer beiden Kooperationspartner – Vertreter und Sparkassen –, andererseits grundlegenden Produktinnovationen und vielen Leistungserweiterungen. Als größter öffentlicher Versicherer in Niedersachsen haben wir so unseren Vorsprung im regionalen Markt behauptet.“

Die erfreuliche Entwicklung in Beitrag und Bestand wird bei den Unternehmen der VGH ergänzt durch eine solide Risikovorsorge, gute Kapitalanlageerträge, positive Jahresergebnisse und eine kontinuierliche Verbesserung der Kostenquoten. Damit sieht sich der niedersächsische Marktführer gut gerüstet für die aktuellen Herausforderungen der Branche. Zu ihnen zählt der Vorstand insbesondere die extrem niedrigen Kapitalmarktzinsen, komplexe Anforderungen des Gesetzgebers an Kapitalausstattung, Risikomanagement, Kosten und Transparenz, aber auch die Digitalisierung des Versicherungsgeschäfts.

Landschaftliche Brandkasse: Wachstum in allen Kernsparten

Die Beitragseinnahmen der für die Schaden- und Unfallversicherung zuständigen Landschaftlichen Brandkasse Hannover bewegen sich zum dritten Mal in Folge deutlich über Vorjahresniveau. Sie steigen im selbst abgeschlossenen Geschäft um 4,9 Prozent auf 1.082 Mio. Euro (Vj: 1.032 Mio.). Auch im Gesamtgeschäft liegen die gebuchten Bruttobeiträge der Brandkasse mit 1.137 Mio. Euro (Vj: 1.079 Mio.) und einem Plus von 5,4 Prozent über dem Branchenschnitt von 3,2 Prozent (Quelle: GDV).

Haupttreiber in den Schaden-/Unfallsparten sind die überplanmäßige Beitragsentwicklung in den Sachversicherungen (+4,1 %, insbesondere Wohngebäude: +5,0 %) und im Kfz-Geschäft (+7,3 %). Als erfreulich wertete Kasten auch den Zuwachs in weiteren Kernsparten. Dazu gehören insbesondere Rechtsschutz (+3,8 %), allgemeine Unfall (+2,6 %) und allgemeine Haftpflicht (+1,4 %). Niedrige und weiter sinkende Stornoquoten stabilisieren die gute Beitrags- und Bestandsentwicklung.

Die Schadenbelastung entwickelt sich nach dem unternehmenshistorisch höchsten Aufwand von 2013 günstiger, bleibt aber auf hohem Niveau. Kasten: „Was Unwetter angeht, hatten wir in Niedersachsen 2014 ein eher durchschnittliches Jahr. Gefordert war unsere leistungsstarke Schadenregulierung dennoch. Denn die wachstumsbedingt steigende Schadengrundlast, zunehmende Leitungswasserschäden, überdurchschnittlich viele Großfeuer und schwere Personenschäden in der Kfz-Versicherung führten zum zweithöchsten Schadenaufwand in der Geschichte der Brandkasse.“

Insgesamt brachte die Brandkasse 776 Mio. Euro für Schäden auf (Vj: 856 Mio.). Dieser Rückgang von 9,4 Prozent fällt stärker aus als der Branchendurchschnitt (GDV: -7,6 %). Lag die Schadenquote der Brandkasse 2013 bei 78,5 Prozent, ging sie 2014 auf 68,8 Prozent zurück. Da es gelang, auch die Kostenquote auf 25,6 Prozent zu reduzieren (Vj: 26,1 %), sinkt auch die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) von 104,7 auf 94,4 Prozent. Damit liegt sie wieder in der versicherungstechnischen Gewinnzone und leicht besser als Marktniveau (GDV 2014: 95,0 %).

Die Kapitalanlagen der Brandkasse wachsen von 2,79 Mrd. Euro (2013) auf 2,85 Mrd. Euro. Der Ertrag daraus erreicht 81,2 Mio. Euro (Vj: 91,0). Trotz der seit mehr als 100 Jahren niedrigsten Kapitalmarktzinsen erzielt die Brandkasse eine solide Nettoverzinsung von 2,9 Prozent (Vj: 3,4 %). Der Überschuss vor Ertragsteuern und Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) steigt auf 31,3 Mio. Euro (Vj: 24,2 Mio.).

 

Provinzial Leben: Kunden vertrauen VGH auch 2014 mehr Geld an

Die Beitragseinnahmen der Provinzial Lebensversicherung Hannover liegen inklusive Provinzial Pensionskasse Hannover AG mit 754 Mio. Euro erneut über dem Vorjahreswert von 736 Mio. Euro. Einen wichtigen Anteil am Beitragsplus von 2,5 Prozent (GDV: +3,1 %) haben Rentenversicherungen, die gegen Einmalbeiträge abgeschlossen wurden. Das gesamte Einmalbeitragsgeschäft der Provinzial, bei dem es sich nicht um Kapitalisierungsprodukte, sondern um echte Altersvorsorge handelt, erreicht 232 Mio. Euro (Vj: 203 Mio., +14,3 %). Aus laufenden Beiträgen erzielt die Provinzial Einnahmen in Höhe von 495 Mio. Euro – knapp unter Vorjahresniveau (504 Mio., -1,8 %).

Thomas Krüger, Vorstand für Personenversicherungen und Kapitalanlagen: „Das Neugeschäft der Provinzial entwickelte sich sowohl nach Policen als auch Beiträgen etwas dynamischer als der Gesamtmarkt. Entscheidend beigetragen hat unsere 2014 eingeführte Produktfamilie ‚VGH Rente‘, die hervorragend angenommen wird. Mit dieser Innovation bieten wir den Menschen in unserem Geschäftsgebiet neue Formen des Altersvorsorgesparens an. Unsere Antwort auf extrem niedrige Kapitalmarktzinsen und veränderte Kundenbedürfnisse gibt den Versicherten mehr Freiheit, bei umfänglichen Garantien flexibler zwischen Renditechancen und Sicherheit zu gewichten.“

Für Versicherungsfälle, Gewinnanteile und Rückkäufe zahlte die Provinzial Leben ihren Kunden 795 Mio. Euro aus (Vj: 737 Mio., +7,8 %). Krüger: „Von diesen Leistungen entfallen weniger als zwanzig Prozent auf Rückkäufe. Das ist ein auch im Marktvergleich sehr guter Wert. Er belegt, dass der Großteil unserer Kunden Altersvorsorgeverträge bis zum regulären Ablauf mit hohen Realwertrenditen oder bis zum Eintritt eines Versicherungsfalls hält.“ Dass die Zahl der Vertragskündigungen konstant niedrig liegt, führt Krüger auf die hohe Produkt- und Servicequalität der Provinzial Leben zurück: „Unsere beitragsbezogene Stornoquote bewegt sich mit 3,8 Prozent dauerhaft deutlich unterhalb des Marktdurchschnitts von rund fünf Prozent.“

Die Kapitalanlage der Provinzial Leben wächst von 7,65 Mrd. Euro (2013) auf 7,80 Mrd. Euro. Das Anlageergebnis beträgt 344 Mio. Euro (Vj: 336 Mio.). Die Nettoverzinsung beläuft sich wie im Vorjahr auf 4,5 Prozent. Sie liegt damit unverändert deutlich über den durchschnittlichen Garantieverpflichtungen der Provinzial von derzeit 2,88 Prozent. Die Dotierung der Zinszusatzreserve als bilanzielle Vorsorge für eine länger andauernde Niedrigzinsphase ist mit der ausgewiesenen Nettoverzinsung ebenfalls gesichert. Der Rohüberschuss nach Ausschüttung der Bewertungsreserven, erhöht um die Zuführung zur Zinszusatzreserve, beträgt 169 Mio. Euro (Vj: 173 Mio.). Damit werden die Sicherheitsreserven wieder in der gleichen Höhe gestärkt wie im Vorjahr.

Thomas Krüger: „Mit der Überschussdeklaration für das Jahr 2015 erzielen wir eine nach wie vor attraktive Gesamtverzinsung unserer Lebens- und Rentenversicherungen von 4,5 Prozent. Die darin enthaltene laufende Überschussbeteiligung senken wir moderat von 3,25 auf 3,0 Prozent ab, um die Reservestärke der Provinzial Leben auch mittelfristig zu erhalten. Die Schlussüberschussanteile bleiben unverändert.“ Mit dieser Anpassung folgt die Provinzial ihrer auf langfristige Garantien ausgerichteten Kapitalanlagestrategie.

 

Provinzial Kranken: Trend zur privaten Vorsorge bleibt ungebrochen

Die Provinzial Krankenversicherung schließt das Jahr 2014 erneut mit einem guten Geschäftsergebnis ab. Die Beitragseinnahmen legen gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent zu und erreichen 62,8 Mio. Euro (Markt 2014: +0,7 %). Das Wachstum wird maßgeblich von Pflegeversicherungsprodukten getragen.

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle stiegen im Berichtsjahr auf 26,2 Mio. Euro (Vj: 24,7 Mio. Euro). Im Marktvergleich kann sich die Provinzial Kranken mit einer Schadenquote von 70,3 % (Vj: 69,4 %) erneut ausgezeichnet positionieren (PKV 2013: 76,9 %).

Auch der Bestand an versicherten Personen wurde erneut ausgebaut. Der Vorstand zeigt sich mit dem Wachstum von 3,4 Prozent sehr zufrieden (2013: +2,9 %). Der Trend, durch private Vorsorge den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung aufzustocken, bleibt ungebrochen. Zum Bilanzstichtag haben 156.533 Kunden der Provinzial Krankenversicherung ihr Vertrauen geschenkt (Vj: 151.380). Die Anzahl der Vollversicherten bewegt sich mit 14.430 Personen annähernd auf Vorjahresniveau (14.486).

In einem Kapitalmarktumfeld historisch niedriger Zinsen und volatiler Aktienmärkte erwirtschaftete die Provinzial Kranken ein Kapitalanlageergebnis von 9,4 Mio. Euro (Vorjahr: 8,9 Mio. Euro). Der Kapitalanlagebestand stieg 2014 von 236 Mio. Euro auf 270 Mio. Euro. Daraus errechnet sich eine Nettoverzinsung von 3,7 Prozent (Vj: 4,1 %). Insgesamt erzielt die Provinzial Kranken einen Überschuss vor Steuern und Zuführung zur Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung in Höhe von 12,5 Mio. Euro (Vorjahr: 11,7 Mio.). Damit weist der Krankenversicherer der VGH das beste Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte aus.

 

Überdurchschnittliches Beitragsplus in der Versicherungsgruppe

Die vier Unternehmen der VGH – Landschaftliche Brandkasse Hannover,  Provinzial Lebensversicherung Hannover, Provinzial Krankenversicherung Hannover AG und Provinzial Pensionskasse Hannover AG – weisen 2014  Gesamtbeitragseinnahmen in Höhe von 1,954 Mrd. Euro aus (Vj: 1,873 Mrd.). Dieses Beitragsplus von 4,3 Prozent liegt deutlich über Marktdurchschnitt (GDV: +2,7 %). Die Zahl der Verträge im Bestand der VGH wächst in nahezu allen Bereichen, insgesamt um 1,0 Prozent auf knapp 5,1 Millionen.

 

Ausblick

Mit Blick auf die kommenden Jahre sieht der Vorstand das Unternehmen für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und den Ausbau der Marktführerschaft auch in rauen Zeiten gerüstet: 265 Jahre Kompetenz; regionale Verwurzelung und flächendeckender Service durch rund 500 Vertretungen, gut 1.100 Geschäftsstellen der Sparkassen, durch motivierte und hervorragend ausgebildete Mitarbeiter; anerkannte Nähe zu 1,8 Millionen Kunden auf der Basis von Fairness, Verlässlichkeit und Partnerschaft; Verständnis für die Versicherten und gute Produkte, die ihr Geld wert sind. Hermann Kasten: „Unsere Trägerstruktur garantiert darüber hinaus Unabhängigkeit, Gemeinwohlorientierung und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung – als Versicherer unserer Kunden, als Arbeitgeber und Sponsor.“

Niedrigzinsphase, hohe Schadenaufwände und neue Anforderungen an das Risiko- und Kapitalanlagemanagement verlangen Kostendisziplin. Regelungen des 2014 verabschiedeten Lebensversicherungs-Reformgesetzes (LVRG) fordern zudem eine Reduktion der Kostenbelastung von Verträgen, vor allem bei den Abschlusskosten. Hermann Kasten: „Im Spannungsfeld zwischen Servicequalität und Ergebnisdruck arbeiten wir daran, unsere Kostenquoten weiter zu senken. Auf diesem Weg sind wir in den letzten Jahren Schritt für Schritt vorangekommen.“

Nach den kräftigen Beitragszuwächsen seit 2012 rechnet die Brandkasse für 2015 mit moderateren Wachstumsraten. Die Provinzial Leben geht für 2015 von erneut leicht steigenden Beitragseinnahmen aus, vor allem im Segment der Einmalbeiträge. Die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sieht Krüger von unabhängiger Seite bestätigt: „2014 haben wir uns erstmals freiwillig dem Urteil der renommierten Rating-Agentur Assekurata unterzogen. Das Gütesiegel A+ bescheinigt der Provinzial eine starke Bonität mit stabilem Ausblick.“ Die Provinzial Kranken erwartet, dass sich in einem politisch ruhigeren Umfeld insbesondere der Wachstumsmarkt Pflegeversicherung weiter dynamisch entwickelt.

Redaktionshinweis:
Druckfähige Portraitfotos der Vorstandsmitglieder finden Sie hier.

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