Existenzgründung: Versicherungsschutz für Selbstständige

Rund 300.000 vollerwerbliche Existenzgründungen pro Jahr gibt es laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Deutschland. Der Eintritt in die berufliche Selbstständigkeit sollte aber sorgfältig geplant werden. Wichtig für die betriebliche und persönliche Absicherung der Unternehmensgründer ist ein der neuen Lebenssituation angepasster Versicherungsschutz. Denn mit der Selbstständigkeit ändert sich auch der Versicherungsbedarf. Worauf Existenzgründer achten sollten, weiß Tanja Ehrenberg von den VGH Versicherungen.

Ob angestellt oder selbstständig, zwei Versicherungen sind in Deutschland für jeden Pflicht: Die Kranken- und die Pflegeversicherung. „Diese werden zusammen abgeschlossen“, sagt VGH-Expertin Ehrenberg. „Wer privat vollversichert ist, muss auch privat pflegeversichert sein.“ Beim Wechsel in die Selbstständigkeit kann der Versicherungsnehmer als freiwilliges Mitglied bei einer gesetzlichen Krankenkasse bleiben oder eine private Krankheitskosten-Vollversicherung abschließen. Dann ist er für die gesamte Dauer der Selbstständigkeit privat versichert.

Selbstständige haben einen Nachteil, wenn sie wegen Krankheit nicht arbeiten können: Dann droht ihnen bereits ab dem ersten Krankheitstag ein Einkommensausfall. Daher ist es ratsam, sich für diesen Fall finanziell abzusichern. „Sowohl gesetzlich als auch privat versicherte Selbstständige können eine private Krankentagegeldversicherung abschließen“, sagt Tanja Ehrenberg.

 

Frühzeitig für die Zukunft vorsorgen

Gegen die Folgen von Arbeitsunfällen können sich Selbstständige bei den jeweiligen Berufsgenossenschaften oder über eine private Unfallversicherung absichern. Manche sind auch gesetzlich unfallversichert, zum Beispiel Landwirte.

Wichtig ist es zudem, für die Zeit nach der Berufstätigkeit vorzusorgen. Das sollten Existenzgründer nicht auf die lange Bank schieben, schließlich muss das finanzielle Auskommen auch im Alter sichergestellt sein. Die gesetzliche Rentenversicherung ist für Selbstständige zwar grundsätzlich keine Pflicht. „Es gibt allerdings einige Ausnahmen, etwa Handwerker oder Erzieher“, weiß Ehrenberg. Mit einer privaten Rentenversicherung bieten sich für den Versicherungsnehmer verschiedene Optionen. So lassen sich Risiken individuell gemäß Bedarf absichern – etwa mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Todesfallabsicherung.

 

An den finanziellen Schutz des Betriebs denken

Mit einer Betriebs- bzw. Berufshaftpflichtversicherung schützen sich Selbstständige vor den finanziellen Folgen, wenn Dritte durch das Unternehmen zu Schaden gekommen sind. „Es gibt keine gesetzliche Obergrenze, wenn es um derartige Entschädigungen geht“, warnt Tanja Ehrenberg. „Ohne entsprechenden Versicherungsschutz kann ein solcher Haftpflichtfall den Unternehmer teuer zu stehen kommen und im schlimmsten Fall den finanziellen Ruin bedeuten.“ Eine Rechtsschutzpolice hilft darüber hinaus bei juristischen Auseinandersetzungen.

Auch gegen Schäden, die durch äußere Einflüsse entstehen, sollten sich Selbstständige absichern. Über eine Geschäftsversicherung lassen sich mehrere Gefahren bündeln. Im Versicherungsschutz können etwa Schäden durch Feuer, Sturm, Leitungswasseraustritt und Einbruchdiebstahl enthalten sein. „Möchte man einen Ertragsausfall kompensieren, wenn der Betriebsablauf durch einen Sachschaden unterbrochen ist, ist das über eine Betriebsunterbrechungsversicherung möglich“, erläutert die VGH-Expertin. „Sie übernimmt dann Zahlungen für Gehälter und Mieten oder auch den entgangenen Gewinn.“

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.