Fahrraddiebstahl: So schützen sich Radler vor Langfingern und finanziellen Verlusten

Ob auf dem Weg zur Arbeit, zum Sport oder bei einem Ausflug mit der Familie – in den Frühlingsmonaten sind wieder viele Deutsche mit dem Fahrrad unterwegs. Doch gerade zu dieser Zeit halten auch viele Diebe nach Rädern Ausschau. Vor allem hochwertige Modelle gehen durch Fahrraddiebstahl unwiederbringlich verloren.

Das Statistische Bundesamt zählt in Deutschland 69 Millionen Drahtesel. Im vergangenen Jahr wurden davon pro Stunde durchschnittlich 33 gestohlen – insgesamt verschwanden rund 290.000 Räder. Dabei lag die Aufklärungsquote bei gerade einmal 9,3 Prozent. Das belegen die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts für 2018. Wie man sein Rad vor Langfingern (und sich selbst vor finanziellem Schaden) schützt, erklärt Dirk Hillebrecht von den VGH Versicherungen.

Wert der Fahrräder steigt

Dirk Hillebrecht gibt Tipps zu Fahrradversicherungen
VGH-Experte Dirk Hillebrecht (Foto: VGH)

Hochwertige und teure Fahrräder werden in Deutschland immer beliebter. Im Jahr 2018 stieg ihr Durchschnittspreis um 7 Prozent auf 756 Euro. Der Grund: Besonders E-Bikes standen hoch im Kurs. Und die kosten meist mehr als 1.000 Euro. Von insgesamt 4,18 Millionen verkauften Fahrrädern waren 980.000 E-Bikes. Das belegt eine Untersuchung des Zweirad-Industrie-Verbands. Gerade bei solchen teuren Fahrrädern schmerzt der Verlust sehr. „Neben einem sicheren Schloss ist insbesondere bei kostspieligen Rädern auch eine passende Versicherung unerlässlich, um zumindest den finanziellen Schaden auszugleichen“, erklärt Dirk Hillebrecht als Experte für den größten öffentlichen Versicherer in Niedersachsen.

Die Hausratversicherung reicht nicht immer

Fahrraddiebstahl - Welche Versicherung zahlt? Worauf Sie bei Altverträgen achten müssen.
Ist das Rad überall und jederzeit versichert, steht dem Sonntagsausflug nichts im Wege. (Foto: VöV)

Das Fahrrad gehört genauso zum Hausrat wie Möbel und Kleidung. Daher springt die Hausratversicherung ein, wenn das Rad aus der verschlossenen Wohnung, dem Fahrradkeller oder der Garage gestohlen wird. Diebe schlagen aber viel öfter auf offener Straße zu. In der Regel greift der Versicherungsschutz durch die Hausratversicherung in der Grundabdeckung aber nur am Versicherungsort, also dem eigenen Wohnraum. „Um auch unterwegs gegen Fahrraddiebstahl abgesichert zu sein, ist eine Erweiterung der Hausratpolice eine günstige Alternative zum Abschluss separater Fahrradversicherungen“, rät VGH-Fachmann Hillebrecht. Neben der räumlichen Erweiterung kann ein Zusatzbaustein zur Hausratversicherung zum Beispiel auch Mieträder am Urlaubsort einschließen – und die Erstattung des Neuwertes garantieren. Besonders vorteilhaft sind gerade bei teuren Rädern Tarife, die – wie beim regionalen Marktführer VGH – gegen einen günstigen Pauschalbeitrag auf eine Entschädigungsgrenze verzichten.

Altverträge checken: Vorsicht bei Nachtzeitklausel

Bei einigen Altverträgen wird der Versicherungsschutz noch durch die sogenannte Nachtzeitklausel eingeschränkt. Dabei wird der Wert des Fahrrads nur dann erstattet, wenn es tagsüber zwischen 6 und 22 Uhr gestohlen wird. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“, stellt Dirk Hillebrecht fest. „Um nach einem Fahrraddiebstahl böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man also darauf achten, dass der Versicherungsschutz auf aktuellem Stand ist und rund um die Uhr gilt.“

Fahrraddiebstahl verhindern: Ein gutes Schloss macht den Unterschied

Fahrraddiebstahl
Am Freibad, in der Stadt oder vor der eigenen Haustür: Fahrraddiebe langen überall zu. (Foto: VöV)

Ein Sicherheitsschloss ist unerlässlich, um sein Fahrrad zu schützen. Ob und wie schnell ein Dieb das Schloss knacken kann, macht dabei den entscheidenden Unterschied. „Denn nur wenn ein Schloss lange genug standhält, gibt der Dieb irgendwann auf, um nicht aufzufallen“, erklärt Hillebrecht. Daher sollte man nicht an einem guten Fahrradschloss sparen. Trotz hoher Sicherheitsmaßnahmen können Diebe trotzdem erfolgreich sein. Versicherungsexperte Hillebrecht rät, in einer solchen Situation erst einmal Ruhe zu bewahren und sich zu vergewissern, dass man das Rad nicht doch ein paar Meter weiter abgestellt hat. Ist der Fahrraddiebstahl Gewissheit, sollte man die Polizei verständigen und seine Versicherung benachrichtigen. Eigentlich selbstverständlich, aber unerlässlich: „Damit die Versicherung zahlt, muss das Rad in jedem Fall mit einem verkehrsüblichen Schloss gesichert worden sein, damit der Dieb es nicht einfach mitnehmen konnte“, so Hillebrecht.

Wie Sie es Fahrraddieben schwer machen:

  • Wo immer möglich: Fahrrad nicht nur ab-, sondern einschließen (Fahrradkeller, Fahrradparkhaus etc.)
  • Zwei verschiedene Schlösser verwenden
  • Ein Schloss am Rahmen und das andere am Vorderrad befestigen
  • Im Freien das Rad an einem fest verankerten Gegenstand anschließen
  • Schlösser möglichst hoch befestigen, um Dieben die Deckung zu nehmen
  • Belebte Orte bevorzugen – Fahrraddiebe mögen keine Zuschauer
  • Fahrrad von der Polizei oder dem ADFC codieren lassen – der Wiederverkaufswert sinkt, das Diebesgut wird „unattraktiver“

Was tun, wenn der Dieb trotzdem zugeschlagen hat:

  • Zurückgelassene Schlösser, Vorderräder etc. sicherstellen
  • Polizei benachrichtigen (im Geschäftsgebiet der VGH problemlos auch online möglich)
  • Versicherung informieren
  • Zur Erleichterung der Schadenabwicklung: Kaufbeleg und Fahrradpass stets aufbewahren (enthält Hersteller, Modellname, Rahmennummer und Ausstattungsdetails)
Eine Antwort zu “Fahrraddiebstahl: So schützen sich Radler vor Langfingern und finanziellen Verlusten
  1. Wer mit einem Bolzenschneider ein Schloss knackt, um ein Fahrrad zu stehlen, tut das mit voller Absicht – und beinahe gewerbsmäßig. Wer dabei erwischt wird, sollte nicht nur den Schaden wieder gut machen, er sollte auch für ein paar Monate den Knast von innen sehen. Und wenn es kein ganz armer Mensch ist, sollte der außer dem Knast noch eine saftige Geldstrafe bekommen. Es darf sich einfach nicht lohnen, ein Fahrrad zu stehlen.

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