Herbstanfang: Rechtzeitig auf Stürme vorbereiten und Schäden vorbeugen

VGH-Expertin Anke Huber gibt Tipps zur Verhütung von Sturmschäden - VGH - Foto: André Weißgerber
VGH-Expertin Anke Huber (Foto: André Weißgerber)

Brechende Äste, umstürzende Bäume, herabfallende Dachziegel – bereits zum Jahresanfang zogen die Orkantiefs „Burglind“ und „Friederike“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 203 km/h über Deutschland hinweg. Die Deutsche Rück schätzt die Höhe versicherter Schäden durch diese Unwetter auf mehr als eine Milliarde Euro. Nach einem trocken-heißen Sommer 2018 haben nun „Elena“ und „Fabienne“ die nächste Saison der Herbst- und Winterstürme eingeläutet. Wie man sich vor Naturgewalten richtig schützt, erklärt Schadenexpertin Anke Huber von den VGH Versicherungen.

Im Herbst und Winter kann es in Deutschland sehr stürmisch werden. Dann ist der Temperaturunterschied zwischen warmer Tropenluft und kalter Polarluft über dem Nordatlantik besonders groß. Es können sich intensive Sturmtiefs bilden, die in Richtung Mitteleuropa ziehen. „Um sich vor solchen Unwettern zu schützen, sind zwei Dinge unerlässlich: das Haus wetterfest machen und die passenden Versicherungen abschließen“, empfiehlt Anke Huber.

Richtige Vorbereitung ist alles

Stürme - Sturmschäden - Verhütung
Entwurzelte Bäume können Häuser, Einrichtung und Nachbargrundstücke schwer beschädigen. (Foto: iStock / Chris Sadowski)

Lose Dachziegel, morsche Äste oder herumliegende Gegenstände im Garten können bei einem Sturm Passanten verletzen und parkende Autos beschädigen. Hausbesitzer haben auf ihrem Grundstück die so genannte Verkehrssicherungspflicht. Das heißt, sie können im Schadenfall haftbar gemacht werden, wenn sie Gefahrenquellen auf ihrem Grundstück nicht beseitigen. „Damit nichts und vor allem niemand zu Schaden kommt, müssen Hausbesitzer von vornherein mögliche Risiken kontrollieren und beheben“, warnt VGH-Expertin Huber. Dazu gehören zum Beispiel die regelmäßige Kontrolle des Gebäudes, seiner Bestandteile und der auf dem Grundstück stehenden Bäume – samt Beseitigung dabei festgestellter Mängel. Wenn trotz allem etwas durch Stürme passiert, kommt die Haftpflichtversicherung für berechtigte Schadensersatzforderungen geschädigter Dritter auf.

Wann ist ein Sturm ein Sturm?

Versicherungen sprechen dann von Sturm, wenn eine Windstärke von acht, also mindestens 62 Stundenkilometern, erreicht wird – eine Grundvoraussetzung für Versicherungsleistungen. Wer sich finanziell optimal gegen Sturmschäden absichern möchte, benötigt vier Versicherungen: Neben der Haftpflichtpolice sind auch die Wohngebäude-, die Hausrat- und eine Teilkaskoversicherung erforderlich.

Stürme gefährden Gebäude, Hausrat und Autos

Schadenverhütung bei Sturm und Unwetter - Tipps von der VGH Versicherung
Wer Pech hat, findet sein Auto als Totalschaden wieder. (Foto: iStock / justhavealook)

Stürme können Hausdächer abdecken und Bäume entwurzeln. Aber auch vor dem Inneren des Hauses machen Unwetter nicht halt. Wenn plötzlich Teile des Dachs abgedeckt werden, kann die Einrichtung schnell in Mitleidenschaft gezogen werden. „In der Regel sind Sturmschäden am Haus in der Wohngebäudeversicherung enthalten. Um sicherzugehen, sollte man aber seinen Vertrag noch einmal prüfen“, rät Anke Huber. Wenn der Sturm zusätzlich die Einrichtung beschädigt hat, springt die Hausratversicherung ein. Eine Kfz-Teilkaskoversicherung sichert das eigene Auto ab. „Wichtig ist in jedem Fall, nach einem Sturm die Schäden mit Fotos zu dokumentieren. Im zweiten Schritt sollte man unverzüglich die Versicherung informieren“, empfiehlt die VGH-Expertin. „Hilfreich ist, neben Fotos auch eine Liste der zerstörten und beschädigten Gegenstände zu erstellen.“

Sturmschäden werden von der Feuerwehr beseititg - Die VGH erklärt, wie Sie sich vor Schäden schützen können
Nach schweren Stürmen sind die Feuerwehren meist tagelang mit Aufräumarbeiten beschäftigt. (Foto: VöV)

Auf einen Blick: Tipps zur Schadenverhütung

  • Baumbestand prüfen, abgestorbene Äste entfernen
  • Mängel am Haus beseitigen (zum Beispiel lose Dachziegel)
  • Türen und Fenster schließen
  • Markisen einrollen
  • Bewegliche Gegenstände wie Gartenmöbel und Blumenkübel sichern
  • Während des Sturms im Haus bleiben

Nach dem Sturm:

  • Schaden dokumentieren (Fotos)
  • Liste der zerstörten und beschädigten Gegenstände anfertigen
  • Versicherung informieren

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