VGH akzeptiert HETA-Angebot nur in Teilen

Zustimmung bei vorrangigen Anleihen / Nachrangige Forderungen werden auf dem Rechtsweg geltend gemacht

Das am 6. September vorgelegte, nachgebesserte Rückkaufangebot der Republik Österreich an die Gläubiger der Heta Asset Resolutions – der Abwicklungsgesellschaft des verstaatlichten Finanzinstituts Hypo Alpe Adria – hat die notwendige Mehrheit gefunden. Gläubiger nehmen mit dem ausgehandelten Kompromiss nach wie vor erhebliche Nachteile in Kauf. Die VGH Versicherungen stimmen dem HETA-Angebot jedoch nur in Teilen zu.

Laut Kompromiss erhalten Gläubiger der vorrangigen Anleihen entweder 75 Prozent in bar oder 90 Prozent in Form börsennotierter Papiere des Kärntner Ausgleichs-Zahlungsfonds (KAF), die von der Republik Österreich garantiert werden. Die VGH akzeptiert diesen Teil des Angebotes, der in ihrem Fall Kapitalanlagen im Nennwert von 124 Millionen Euro umfasst. Vorstandsvorsitzender Hermann Kasten: „Um das Verlustrisiko investierter Kundengelder so gering wie möglich zu halten, sind wir nach Abwägung aller Chancen und Risiken bereit, diese bittere Pille zu schlucken.“

Zahlungsfähigkeit des Schuldners steht außer Frage

Inhaber nachrangiger Anleihen haben die Wahl zwischen 30 Prozent ihrer Nominalforderung oder, im Zuge eines Umtauschs gegen lang laufende Schuldscheindarlehen, barwertig 45 Prozent des Nennwerts. Dieses Angebot hält die VGH im Interesse ihrer Kunden für nicht hinnehmbar. Kasten: „Unsere Forderungen aus Nachrangpapieren – rund 70 Millonen Euro – werden wir auf dem Rechtswege geltend machen. Entsprechende, während der Verhandlungen ruhende Verfahren nehmen wir wieder auf.“

Diese Entscheidung trifft der Vorstand der VGH mit Blick auf die Tatsache, dass mündelsichere Anleihen trotz bestehender Ausfallbürgschaften in so unzureichendem Umfang bedient werden, obwohl gleichzeitig die Zahlungsfähigkeit des Schuldners außer Frage steht.

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