EU-Politiker sagen Ja zum Provisionsmodell

Verband öffentlicher Versicherer intensiviert Interessenvertretung in Brüssel

Beim ersten Parlamentarischen Abend des Verbands öffentlicher Versicherer am 1. Februar 2017 in Brüssel konnte der Verbandsvorsitzende Hermann Kasten zwei einflussreiche Gastredner begrüßen: Burkhard Balz, CDU-Abgeordneter im Europäischen Parlament und Koordinator der konservativen Mehrheitsfraktion EVP im Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON), und Valdis Dombrovskis, Vizepräsident der Europäischen Kommission. Beide sprachen sich nachdrücklich für den Fortbestand des Provisionsmodells aus und betonten die Rolle von Versicherungsunternehmen als Investoren für die europäische Wirtschaft.

Erster Parlamentarischer Abend

Insgesamt waren rund 180 Gäste der Einladung des Verbands öffentlicher Versicherer in die Vertretung des Bundeslands Nordrhein-Westfalen gefolgt, darunter mehrere Vertreter von Europäischem Parlament, Rat und Kommission, Vertreter von Verbänden, Unternehmen, Think Tanks sowie Vorstände der öffentlichen Versicherer.

Vom Know-how des Verbands profitieren

1. Parlamentarischer Abend VöV Brüssel - Provisionsmodell
v. l.: Hermann Kasten, Vorsitzender des Verbands öffentlicher Versicherer, mit den beiden Gastrednern Valdis Dombrovskis, Vize-Präsident der Europäischen Kommission, und Burkhard Balz, CDU-Abgeordneter im Europäischen Parlament und EVP-Koordinator im Ausschuss für Wirtschaft und Währung, beim ersten Parlamentarischen Abend des VöV in Brüssel. (Foto: Alexis Haulot)

„Wir wollen nicht nur die in unseren Gremien entwickelten Positionen in die Politik hineintragen“, betonte der Verbandsvorsitzende Hermann Kasten. „Wir möchten den EU-Institutionen auch unsere Unterstützung bei legislativen Prozessen anbieten, so dass diese vom Know-how des Verbands und seiner regional fokussierten Mitgliedsunternehmen profitieren können.“

Man unterstütze grundsätzlich die europäische Rechtsharmonisierung im Bereich der Versicherungen, stellte der Vorstandsvorsitzende der VGH Versicherungen klar und nannte beispielhaft das Regelwerk Solvency II, die EU-Vertriebsrichtlinie IDD sowie den Verbraucherschutz und die Produktinformationsblätter im Rahmen der sogenannten PRIIPS-Verordnung. Zugleich forderte Kasten die strikte Beachtung des Prinzips der Proportionalität, damit auch mittelgroße Versicherungsunternehmen durch Regulierung und Aufsicht nicht unangemessen belastet würden.

Parallelität von Provisionsmodell und Honorarberatung

Burkhard Balz, einflussreicher CDU-Abgeordneter im Europäischen Parlament und Koordinator für Finanz- und Versicherungsthemen im Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON), betonte, dass die Abhängigkeit Europas von der Bankenfinanzierung verringert werden müsse. Stattdessen müsse verstärkt auf eine Kapitalmarktfinanzierung gesetzt werden, um letztlich komplementäre Finanzierungsmöglichkeiten zu besitzen. Er unterstrich zudem, dass man sich auf EU-Ebene zwischen Rat, Parlament und Kommission abschließend auf die Parallelität von provisionsgestützter Beratung und Honorarberatung geeinigt habe. Balz empfahl sowohl der Kommission als auch der europäischen Versicherungsaufsichtsbehörde, diese Entscheidung nicht in Frage zu stellen.

Versicherer als langfristig orientierte Investoren

Auch der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Valdis Dombrovskis, sprach sich klar für einen Fortbestand des Provisionsmodells aus. Nach seiner Einschätzung könnten Versicherungsunternehmen als langfristig orientierte Investoren einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und für eine moderne Infrastruktur in Europa leisten. Die Rolle von Versicherern als Geldgeber für die Europäische Wirtschaft wolle man daher fördern. Dombrovskis stellte heraus, wie sehr man die konstruktive Haltung der deutschen Versicherungswirtschaft und ihren Input bei der Überarbeitung von Solvency II geschätzt habe. Er lobte Deutschland als gutes Beispiel dafür, wie vielfältig ein Versicherungssektor sein könne. Diese Vielfalt schätze man und wolle sie erhalten.

Über den VöV:
Im Verband öffentlicher Versicherer, einer gemeinnützigen Körperschaft des öffentlichen Rechts, haben sich die regional tätigen, öffentlichen Versicherer Deutschlands überregional organisiert. Dem Verband gehören 11 Erstversicherergruppen mit rund 40 Einzelunternehmen an. Gemeinsam erreichen die öffentlichen Versicherer mit mehr als 21 Milliarden Euro Prämienvolumen einen Marktanteil von rund 11 Prozent am deutschen Versicherungsmarkt und sind damit die zweitgrößte Versicherungsgruppe in Deutschland.

Ansprechpartner:
Verband öffentlicher Versicherer
Hansaallee 177, 40549 Düsseldorf
Andreas Meinhardt, Pressesprecher
Tel. 0211. 4554-123, Fax -339
presse@voevers.de

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