Risiko Demenz: Wenn die Erinnerung aussetzt

In der zunehmend alternden Gesellschaft – rund ein Viertel der Deutschen ist über 60 Jahre alt – gewinnt das Thema Pflege und Absicherung im Alter eine immer höhere Bedeutung. Eine zusätzliche Belastung für Senioren und ihre Angehörigen stellen altersbedingte Krankheiten wie die Demenzerkrankung dar. In der Bundesrepublik sind rund 1,4 Mio. Menschen betroffen. Leidet ein Angehöriger an Demenz, verändert sich nicht nur der Pflegebedarf, sondern auch seine Stellung im Rahmen des Haftpflichtversicherungsschutzes.

Der Bundesgerichtshof hat jüngst entschieden, dass sich Kinder aktiv an der Versorgung ihrer Eltern beteiligen und bei Bedarf für die Pflegekosten aufkommen müssen. „Die Pflege und Unterkunft in Seniorenheimen kann für die Angehörigen eine sehr hohe Belastung bedeuten“, sagt Thomas Tiemerding, Vorsorge-Experte der Krankenversicherungsgruppe der VGH. Wenn eine spezielle Pflege wie bei Demenzkranken erforderlich ist, kann sich die ohnehin schon große Finanzierungslücke im Alter noch vergrößern.

Staatliche Förderung für die private Pflegeversicherung
Reicht das Vermögen der Betroffenen und der Angehörigen nicht aus, muss der Staat für die Pflege einspringen. Daher hat der Staat ein besonderes Interesse daran, dass die Bevölkerung für die Zukunft vorsorgt, und fördert die private Vorsorge seit 2013 mit einem monatlichen Zuschuss. Um diese staatliche Förderung in Höhe von 60 Euro jährlich zu erhalten, muss der Versicherte einen Pflegeversicherungsvertrag mit einem vereinbarten Pflegetagegeld von mindestens 20 Euro in der Pflegestufe III zu einem monatlichen Eigenbeitrag von mindestens 10 Euro abschließen. „Der Versicherungsmarkt bietet inzwischen viele förderungsfähige individuelle Produkte an“, sagt Thomas Tiemerding.

Auswirkungen einer Demenzerkrankung auf die Haftpflichtversicherung
Demenz betrifft vor allem ältere Menschen. Im Verlauf der Erkrankung nehmen die kognitiven Fähigkeiten wie Denken und Sprechen ab, es kommt zur Störung der Urteilsfähigkeit und der Orientierung. Dadurch können die Betroffenen ungewollt zu einer Gefahr für sich selbst, aber auch für ihr Umfeld werden. Oft befürchten Angehörige, dass im Falle eines Schadens die Haftungssituation nicht geklärt ist. Doch dank der guten ärztlichen Betreuung wird häufig früh genug erkannt, ob eine Demenzerkrankung vorliegt oder nicht. Stellt der Amtsarzt offiziell eine fortgeschrittene Demenz fest und wird damit die Deliktunfähigkeit bestätigt, vergibt er in der Regel eine Pflegestufe, und ein amtlicher Betreuer wird bestellt. Da sich der amtliche Betreuer nunmehr auch um alle Rechtsgeschäfte kümmert, löst sich der laufende Versicherungsvertrag auf. In diesem Fall geht die Haftung auf den Betreuer oder auf die betreuende Einrichtung über.

Mehr Informationen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.