Solarstromanlagen: Risiken richtig absichern

Erneuerbare Energien wie Biomasse, Wind- und Sonnenkraft gehören mittlerweile zu den wichtigsten Energielieferanten in Deutschland. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft liegt ihr Anteil an der Gesamtstromerzeugung 2014 bereits bei rund 26 Prozent. Vor allem die Nutzung von Solarenergie ist auf dem Vormarsch, insbesondere im privaten Bereich. 1,5 Millionen Solarstromanlagen gab es laut Bundesverband Solarwirtschaft bis Ende 2014 auf deutschen Dächern. Damit wurden 35 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt – ein Anstieg um rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Betreiber eines solchen kleinen Kraftwerks auf dem Dach sollten jedoch daran denken, die Solaranlage auch ausreichend zu versichern. Dabei geht es nicht nur um Schäden an der Anlage selbst, sondern auch um Haftungsrisiken.

Besitzer von Solarstromanlagen freuen sich ganz besonders über viele Sonnenstunden: Der auf diese Weise gewonnene Strom kann selbst genutzt oder in das öffentliche Stromnetz geleitet werden. Herrscht hingegen nicht eitel Sonnenschein, ist es wichtig, dass die Anlage gut gegen äußere Schäden abgesichert ist. Gegen Naturgefahren wie Hagel, Sturm oder Feuer ist dies grundsätzlich über die Wohngebäudeversicherung möglich. Zu beachten ist jedoch, dass eine bestehende Versicherung nicht automatisch eine nachträglich installierte Anlage abdeckt. „Eine Fotovoltaikanlage kann den Wert des Gebäudes erhöhen. Soll sie über die Gebäudeversicherung mitversichert werden, muss der Besitzer seinen Versicherer daher auf jeden Fall informieren“, erklärt Dirk Hillebrecht von den VGH Versicherungen. Der Beitrag wird dann dementsprechend angepasst.

Umfassender Schutz durch eine Elektronikversicherung

Der Elektronik auf dem Dach drohen jedoch auch andere Gefahren, die über gängige Gebäuderisiken hinausgehen. Kurzschlüsse oder Überspannung können die gesamte Anlage außer Betrieb setzen und zu kostspieligen Reparaturen führen. Häufiger Grund für Kurzschlüsse sind kleine Vierbeiner, die auch Autofahrern das Leben bisweilen schwer machen: Marder verursachen teils erhebliche Schäden, wenn sie die Kabel der empfindlichen Elektronik zerbeißen. „Eine Elektronikversicherung deckt solche Defekte ab. Zusätzlich schützt sie vor den Folgen von vorsätzlichen Zerstörungen durch Dritte, etwa durch Diebstahl oder Vandalismus“, weiß der VGH-Experte. Auch bei Sachschäden, die durch Konstruktions-, Material- oder Bedienungsfehler verursacht werden, hilft die Spezialabsicherung. Den Betreiber einer schadhaften Fotovoltaikanlage treffen jedoch nicht nur die unmittelbaren Reparaturkosten. Er erhält für den produzierten Solarstrom eine Vergütung, die bei einem Defekt der Anlage entfällt. „Über eine Elektronikversicherung ist deshalb auch der Ertragsausfall versichert, wenn nach einem Defekt kein Strom mehr erzeugt werden kann“, erläutert Hillebrecht.

Haftungsfragen frühzeitig abklären

Neben möglichen Schäden an der Fotovoltaikanlage sollten Besitzer allerdings auch Haftungsrisiken bedenken. Verletzt zum Beispiel ein herunterfallendes Teil der Anlage einen Passanten oder entstehen Dritten Schäden durch einen Brand der Anlage, haftet der Betreiber. Daher sollte man sich nicht blind darauf verlassen, dass die private oder betriebliche Haftpflichtversicherung greift. „Der Betreiber sollte frühzeitig mit seiner Versicherung klären, ob Haftungsrisiken für die Fotovoltaikanlage bereits in seinem Versicherungsschutz eingeschlossen sind“, empfiehlt Dirk Hillebrecht.

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