Anstehende Veränderungen bei der ÖVB

Die trägerrechtliche Neuordnung der ÖVB wurde am 14. Dezember 2018 einvernehmlich geklärt.

Die Öffentliche Versicherung Bremen (ÖVB) bildet gemeinsam mit den VGH-Unternehmen Landschaftliche Brandkasse Hannover, Provinzial Lebensversicherung Hannover, Provinzial Krankenversicherung Hannover AG und Provinzial Pensionskasse Hannover AG die ÖVB Versicherungen. Die Brandkasse als Mutterhaus der VGH hielt schon bisher mehrheitlich 55 Prozent der Trägeranteile an der ÖVB. Weitere Träger waren bislang die Sparkasse Bremen (20 %), die NORD/LB (Bremer Landesbank, 20 %) und die Weser-Elbe Sparkasse (5 %).

Sparkasse Bremen gibt ihre Trägerschaft zurück

Die Sparkassen sind als Verbundpartner innerhalb der S-Finanzgruppe wichtiger Vertriebspartner der öffentlichen Versicherer (neben eigenen Vertretungen der ÖVB und VGH). Im Zuge einer Neuausrichtung ihres Geschäftsmodells hat die Sparkasse Bremen entschieden, künftig nach dem Maklerprinzip im Kompositbereich (Schadenversicherungen) nicht mehr exklusiv die Versicherungsprodukte der ÖVB/VGH, sondern auch solche von Wettbewerbern zu vermitteln. Da die ÖVB/VGH das Angebot, eine vertriebliche Zusammenarbeit unter veränderten Rahmenbedingungen fortzusetzen, nicht mitträgt, hat die Sparkasse Bremen den Kooperationsvertrag mit der ÖVB/VGH gekündigt. Die vertriebliche Zusammenarbeit endete damit. Als Folge dieser Entscheidung hat die Sparkasse Bremen auch ihre Trägerschaft an die ÖVB zurückgegeben.

NORD/LB und Weser-Elbe Sparkasse bleiben Vertriebspartner

ÖVB - Öffentliche Versicherungen Bremen - Direktion
Aus Bremen nicht wegzudenken: Die Direktion der ÖVB an der Martinistraße. (Foto: ÖVB)

Die NORD/LB und die Weser-Elbe Sparkasse als weitere Träger bekräftigen ihre Verbundenheit zur ÖVB/VGH. Sie werden die erfolgreiche vertriebliche Kooperation uneingeschränkt fortsetzen. Beide Unternehmen befürworten zudem die Intensivierung dieser Zusammenarbeit. Um jedoch die Komplexität der Kooperation in Gremien der ÖVB zu reduzieren, haben auch die NORD/LB und die Weser-Elbe Sparkasse entschieden, ihre Trägeranteile zum Ende des Jahres auf die Landschaftliche Brandkasse Hannover zu übertragen. Damit liegen die Trägeranteile der bislang rechtlich selbständigen ÖVB künftig zu 100 Prozent bei der VGH.

Schon früh Einigkeit in vielen Punkten

In den vergangenen Monaten wurden alle mit diesem Vorhaben zusammenhängenden Fragen rechtlicher, finanzieller, vertrieblicher, personeller, organisatorischer und terminlicher Natur zwischen den Trägern der ÖVB, ihren Vorständen, Gremien und den Aufsichtsbehörden sowie unter Einbindung des Personalrats der ÖVB verhandelt. Schon früh bestand zwischen den Beteiligten Einigkeit über zentrale Kriterien:

  1. Der Name ÖVB wird als jahrzehntelang eingeführte, vertrauenswürdige Marke des regionalen Marktführers beibehalten.
  2. Der Standort Bremen/Bremerhaven und die ihm zugeordneten Vertretungen bleiben erhalten. Auch die Geschäftsstellen der Weser-Elbe Sparkasse sowie der NORD/LB im Land Bremen stehen als Teil des dichten ÖVB-Servicenetzes den Versicherten unverändert zur Verfügung.
  3. Bestände, die die Sparkasse Bremen bislang betreut hat, werden an andere Vertriebspartner der ÖVB in räumlicher Nähe zum Kunden übertragen. (Dies ist bereits geschehen, die Kunden wurden informiert.)
  4. Die Versicherten der ÖVB werden somit auch künftig durch persönliche Ansprechpartner vor Ort betreut. Sie profitieren uneingeschränkt von den Angeboten und Stärken eines gemeinwohlorientierten, öffentlichen Versicherers (der schon bislang die Mehrheit an der ÖVB hielt).
  5. Alle Verträge der ÖVB-Versicherten werden inhaltlich unverändert fortgesetzt.
  6. Die Versicherungsnehmer werden über sie betreffende Veränderungen im Vorfeld umfassend informiert.
  7. Mit der Übertragung von Trägeranteilen und Versicherungsbeständen ist kein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden. Die Wirtschaftsregion Bremen/Bremerhaven wird nicht geschwächt.

Bekenntnis zu Bremen und zur Marke ÖVB

Frank Müller, Vorstandssprecher der ÖVB - Öffentliche Versicherung Bremen
Frank Müller (Foto: Patrice Kunte)

Nachdem die trägerrechtlichen Fragen jetzt einvernehmlich geklärt sind, stimmen die Verantwortlichen sich im nächsten Schritt mit der Aufsicht darüber ab, ob und wie die ÖVB unter Wahrung ihrer Identität rechtlich in die Brandkasse integriert werden kann. Im Vordergrund steht dabei das Ziel, das öffentlich-rechtliche Versicherungsgeschäft in Bremen/Bremerhaven und Niedersachsen im Sinne kundennaher Serviceoptimierung effizient bündeln und steuern zu können.

Frank Müller, Vorstandssprecher der ÖVB und Vorstandsmitglied der Landschaftlichen Brandkasse Hannover: „Unser Engagement im Land Bremen wird auch durch die jüngsten Verlängerungen der Sponsoring-Verträge mit Werder Bremen, Bremen 1860 und die Verlängerung der Namensrechte an der ÖVB-Arena dokumentiert. Mit den Fischtown Pinguins in Bremerhaven führen wir gerade entsprechende Gespräche.“