Versicherer starten automatischen Unfallmeldedienst für Autos

VGH bietet Kunden das Notrufsystem ab sofort an

Die deutsche Versicherungswirtschaft hat ein automatisches Notrufsystem entwickelt, das in nahezu allen Autos eingesetzt werden kann – in Neuwagen ebenso wie in Gebrauchtwagen. Das „Unfallmeldedienst“ genannte System erkennt eine Kollision und meldet den Unfall automatisch an eine Notrufzentrale. Die VGH Versicherungen bieten ihren Kunden den Unfallmeldedienst ab sofort innerhalb der Autoschutzbriefversicherung an.

„Dank des Unfallmeldedienstes werden die Rettungskräfte in vielen Fällen deutlich schneller am Unfallort sein als bisher. So helfen wir, Leben zu retten und Verletzte so schnell wie möglich zu versorgen – denn in einem Notfall kommt es auf jede Minute an“, weiß Olaf Lietzau, Abteilungsdirektor Kraftfahrt bei der VGH.

Sensoren erkennen einen Unfall und die Schwere der Kollision

Kernstück des Notrufsystems ist der Unfallmeldestecker, der in die 12-Volt-Steckdose („Zigarettenanzünder“) im Auto gesteckt wird. Die Beschleunigungssensoren im Stecker erkennen eine Kollision und die Stärke des Aufpralls. Registriert der Stecker einen Unfall, sendet er diese Information an das Smartphone des Autofahrers. Das Smartphone meldet den Unfall, die aktuelle Position des Fahrers und die letzte Fahrtrichtung mithilfe einer App an eine Notrufzentrale. Gleichzeitig wird eine Sprechverbindung zwischen der Notrufzentrale und dem Autofahrer am Unfallort hergestellt. Im Fall eines schweren Unfalls leitet die Notrufzentrale sofort Rettungsmaßnahmen ein.

Schnelle Hilfe auch bei Blechschäden und Pannen

Der Unfallmeldedienst hilft den Autofahrern nicht nur bei einem schweren Unfall, sondern auch bei Blechschäden oder Pannen. Registriert der Unfallmeldestecker nur einen leichten Aufprall oder löst der Autofahrer einen manuellen Pannenruf aus, nimmt die VGH den Unfall auf und organisiert Hilfe.

Unfallmeldedienst – Technologie von Bosch und IBM

Unfallmeldedienst - mit Handy
Ein Winzling, der Leben retten kann: Der Unfallmeldedienst funktioniert mit Handy und Stecker (unten) in Gebraucht- wie Neuwagen. Fotos: GDV

Für den Unfallmeldedienst hat die Versicherungswirtschaft eng mit den Technologie-Unternehmen Bosch und IBM zusammengearbeitet. Bosch entwickelte den Unfallmeldestecker, IBM programmierte die App und schuf die notwendige IT- und Kommunikationsinfrastruktur. Das Ergebnis ist eine unkomplizierte und robuste Lösung, die sich zudem durch größtmögliche Datensparsamkeit auszeichnet. Verläuft die Fahrt störungsfrei, werden keine Daten an die Notrufzentrale übertragen. Gesendet werden Daten ausschließlich nach einem Notruf – und auch in diesem Fall werden nur Informationen weitergeleitet, die für die schnelle Hilfe unbedingt notwendig sind. „Rückschlüsse auf die Fahrweise zu ziehen, ist mit dem Unfallmeldedienst ebenso unmöglich wie Bewegungsprofile zu erstellen“, betont Olaf Lietzau vor dem Hintergrund der ersten Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung.

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