Alles andere als selbstverständlich! VGH verleiht Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte 2018

Öffentlicher Versicherer fördert ausgezeichnete Engagements

Preisgelder honorieren freiwilligen Einsatz für die Gesellschaft

Die eine widmet sich der Palliativ- und Hospizarbeit und besucht mit ihrem Kater pflegebedürftige Senioren. Die andere wirkt in einer Stadtteilinitiative mit, die sich für kulturelle Vielfalt und das gemeinsame Leben mit behinderten Menschen einsetzt. Der Dritte wiederum stärkt durch Einrichtung eines Dorfladens mit angegliedertem Café das Miteinander und die Infrastruktur in einem 800-Seelen-Ort: Alle drei Gewinner des VGH Ehrenamtspreises für Mitarbeiterprojekte 2018 stehen fest. Sie wurden heute in der hannoverschen Direktion des öffentlichen Regionalversicherers vom Vorstandsvorsitzenden Hermann Kasten ausgezeichnet, ihre Projekte in Videos und auf der Bühne vorgestellt.

VGH Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte 2018
VGH-Vorstandsvorsitzender Hermann Kasten (r.) mit den Gewinnern des Ehrenamtspreises. (Alle Fotos: FokusPokusMedia)

Die VGH Versicherungen haben den mit insgesamt 7.000 Euro dotierten Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte in diesem Jahr zum dritten Mal ausgelobt. Hermann Kasten: „Ob Soziales, Kultur oder Sport – Unser Leben wäre um einiges ärmer, wenn nicht so viele engagierte und beherzte Menschen bereit wären, einen Großteil ihrer Freizeit in diese Arbeit zu stecken. Das möchten wir transparenter machen und dazu anstiften, es den Gewinnern gleich zu tun.“ Als Zeichen des Dankes übergab Kasten den Siegern Urkunden und Blumen. Die Spenden werden direkt an die Initiativen überwiesen.

Mitarbeiter der VGH und verbundener Unternehmen wie der ÖVB und der ivv GmbH konnten sich bis Ende März 2018 bewerben. Ende April traf die Jury aus Repräsentanten der VGH und des Freiwilligenzentrums Hannover die Wahl unter 16 eingereichten Engagements. Ranggleich erhielten drei gemeinnützige Einrichtungen den „Preis der Jury“ in Höhe von jeweils 2.000 Euro. Aus diesen Jurypreisträgern durfte die gesamte Belegschaft ein Projekt für den zusätzlichen „Preis der Mitarbeiter“ in Höhe von 1.000 Euro bestimmen.

 

VGH Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte – Die drei Gewinner 2018 und ihre Projekte

 

VGH Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte 2018
Zeit schenken, zuhören, Essen bringen. Claudia Nedderhut hilft auf der Palliativstation im Klinikum Siloah.

Claudia Nedderhut aus dem Schadenbereich der VGH-Direktion Hannover konnte mit ihrem Engagement für den Ambulanten Palliativ- und HospizDienst Hannover (APHD) und für die Bewohner von Altenpflegeheimen sowohl die Jury als auch die Mitarbeiter überzeugen. Als Ehrenamtliche ist die 47-Jährige seit 2015 auf der Palliativstation im hannoverschen Klinikum Siloah regelmäßig für schwerstkranke und sterbende Menschen da, bei denen die Linderung von Schmerzen und anderem Leid im Vordergrund steht. Kranke und Angehörige werden gleichermaßen begleitet. 2014 absolvierte Nedderhut einen neunmonatigen Befähigungskurs, der sie auf die verantwortungsvollen Aufgaben der Sterbebegleitung vorbereitete: „Der Patient und seine Wünsche stehen im Mittelpunkt. Manche wollen etwas loswerden, andere schweigen lieber. Wie man einen Draht zueinander findet, merkt man eigentlich ziemlich schnell.“ Und auch, wenn die Beschäftigung mit dem Tod dazu gehört: „Auf einer Palliativstation wird oft und viel gelacht.“

VGH Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte 2018
Marie-Luise Schmidtke blüht auf, wenn Colani und Frauchen sie besuchen.

Mehrmals im Monat besucht Claudia Nedderhut für den APHD auch pflegebedürftige und demente Bewohner von Seniorenheimen. Ihr ungewöhnlicher Begleiter: Perserkater Colani. Der Dreijährige lässt sich streicheln oder auf dem Arm nehmen, weckt Erinnerungen und regt die Senioren zum Reden an. Das Preisgeld ist für weitere Projekte bestimmt, die der APHD in Kooperation mit Grundschulen und Kirchengemeinden durchführt. (Preis der Jury, Preis der Mitarbeiter = 3.000 Euro)

 

 

VGH Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte 2018 unterstützt soziales Engagement - wie hier für das "Normal in Linden"
„Normal in Linden“: Das NiL ist Initiative, Motto und Anlaufstelle in einem.

Auch für Lea Reddick sind gesellschaftliches Engagement und soziale Verantwortung selbstverständlich. Neben ihrer Arbeit im Antragsbereich der Provinzial Krankenversicherung Hannover steckt die 27-Jährige viel Zeit und Herzblut in die Stadtteilinitiative Normal in Linden (NiL). Das NiL ist ein Begegnungsort für Menschen mit und ohne Behinderung. Durch Freizeitveranstaltungen, die von Inklusionsteams geplant und durchgeführt werden, trägt NiL zur kulturellen Vielfalt im Sozialraum Linden bei, fördert mit Livekonzerten oder dem Sonntagscafé zwischenmenschlichen Austausch und den Zusammenhalt. Getragen von der Lebenshilfe Hannover, bietet die Initiative auch den „Mobil unterstützenden Dienst (MuDi)“ zur Entlastung betroffener Familien, an dem sich Lea Reddick unentgeltlich beteiligt.

Soziales Engagement: VGH Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte 2018
Auch wenn es manchmal anstrengt – Lea Reddick setzt sich gern für andere ein.

Seit Ende 2016 betreut sie einen 16-Jährigen. Einmal pro Woche besucht sie den geistig behinderten, unter Epilepsieanfällen leidenden Jungen. „Eigentlich bestimmt er, was wir machen“, freut sich Reddick. Denn ob Fußball, Longboardfahren, gemeinsam kochen, backen, lesen oder an einem Buch schreiben – die selbstbestimmte Persönlichkeitsentwicklung soll im Vordergrund stehen. Gefordert sind beide: „Zwei Stunden mit ihm sind anstrengender als ein ganzer Tag bei der VGH! Ich bin dann echt kaputt, aber das ist ein schönes Kaputtsein.“ So schön, dass meist noch genug Energie bleibt, um im NiL-Café auszuhelfen, Veranstaltungen wie die Freitagsdisco zu unterstützen oder die Handicap-Fußballmannschaft zu trainieren. Das Preisgeld aus dem VGH Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte ist hoch willkommen: „Jeder Cent, der in die Arbeit von NiL fließt, wird dort dringend gebraucht.“ (Preis der Jury = 2.000 Euro)

 

Preis für Ehrenamt: VGH Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte 2018
Der Dorfladen Rhade entstand durch Eigeninitiative vieler Bürger. Heute ist er beliebter Treffpunkt und kleines Dienstleistungszentrum.

Rüdiger Meyer ist im Ort Rhade aufgewachsen. Nach beruflich bedingten Wohnortwechseln lebt der Leiter der VGH-Regionaldirektion Stade heute wieder in dem 800 Einwohner zählenden Dorf zwischen Elbe und Weser. Weil Bäcker, Lebensmittelläden und Gaststätten seiner Jugend nach und nach verschwanden, beschloss Meyer, sich am Kampf der kleinen Gemeinde gegen die Verschlechterung der Infrastruktur und Nahversorgung in Rhade aktiv und ehrenamtlich zu beteiligen. 2014 half er maßgeblich, den Dorfladenverein Rhade – von Bürgern für Bürger zu gründen. Nach Jahren intensiver Vorbereitung, dem Haus-zu-Haus-Werben von 140 Mitgliedern und 70.000 Euro Eigenkapital für Erstausstattung und Wareneinkauf, war es im April 2017 so weit: Gemeinsam mit vielen engagierten Mitstreitern konnte Vereinsvorsitzender Meyer den neuen Dorfladen samt angeschlossenem Café einweihen. Mittlerweile ist der beliebte Treffpunkt zu einem kleinen Dienstleistungszentrum mit Paketshop, Lotto-Agentur, Gemeindebüro, Bankautomat und mehr angewachsen.

VGH Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte 2018
Vereinsvorsitzender Rüdiger Meyer (l.) bereitet mit den Vorstandsmitgliedern Marlene Bösch und Hermann Kück die jährliche Mitgliederversammlung vor.

„Wir fingen alle bei Null an, niemand hatte Erfahrungen im Einzelhandel“, erinnert sich Meyer an die schwierige Projektphase bis zur Eröffnung. Unterstützt durch die bundesweite Dorfladen-Initiative, kämpften sich die Ehrenamtlichen über alle organisatorischen Hürden zum Erfolg. Heute nimmt Meyer den kaufmännischen Part wahr, kümmert sich um die Finanzen inklusive Steuerangelegenheiten, verhandelt mit Großhändlern und organisiert Mitgliederversammlungen. Vier bezahlte und gut 15 ehrenamtliche Kräfte sorgen für einen reibungslosen Ablauf rund um das breite Angebot von etwa 2.500 Produkten. Viele Waren des täglichen Bedarfs stammen aus der Region. Das Preisgeld, sagt Rüdiger Meyer, ist schon fest verplant: „Wir brauchen unbedingt eine Reinigungsmaschine für mehr als 200 Quadratmeter Ladenfläche, so etwas kostet etwa 1.800 Euro.“ (Preis der Jury = 2.000 Euro)

 

Die Preisverleihung im Video:

Claudia Nedderhut – Ambulanter Palliativ- und HospizDienst Hannover

Lea Reddick – Normal in Linden (NiL)

Rüdiger Meyer – Dorfladenverein Rhade e. V.

VGH Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte – Preisträger der Vorjahre

 

Eine Antwort zu “Alles andere als selbstverständlich! VGH verleiht Ehrenamtspreis für Mitarbeiterprojekte 2018
  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    seit dem 03.05.2018 darf ich im Hospiz Uhlhorn erfahren, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement ist. Meine schwerkranke Frau bekam einen von 8 Hospizplätzen im Hospiz Uhlhorn (insgesamt gibt es für Hannover NUR 24 Plätze/Betten).
    Durch die Arbeit der engagierten und hoch qualifizierten Mitarbeiter und zusätzlich durch viele engagierte EHRENAMTLICHE hier im Hospiz Uhlhorn wird den todkranken Gästen sowie den Angehörigen der schwere Weg ein wenig leichter gemacht und die tolle Rundumversorgung läßt wirklich keine Wünsche offen. Eine Premiumversorgung wie sie für alle hilfs- und pflegebedürftigen Menschen wünschenswert wäre. Meine schwerkranke Frau und auch ich empfinden es als Privileg, hier die letzten Tage oder Wochen verbringen zu dürfen. All das ist nur mit der Hilfe von Ehrenamtlichen, aber auch durch viele, viele Spenden (egal wie groß oder klein) möglich.
    Die Kosten für die Unterbringung im Hospiz werden von der Krankenkasse zu 95% übernommen. Lediglich 5% der Kosten muß das Hospiz durch Spenden aufbringen. Den Betroffenen bzw. den Angehörigen entstehen keine Kosten. Aktuell benötigt das Hospiz Uhlhorn eine neue, professionelle Einbauküche. Die alte Küche ist in die Jahre gekommen und regelrecht verschlissen.
    Haben Sie auf jeden Fall vielen Dank für das Engagement in Form des Ehrenamtspreises! So macht die VGH immer wieder darauf aufmerksam und hilft.

    Ihr Jens Bodenstein
    Versicherungsbüro Bodenstein e.K. – Langenhagen

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