VGH Förderpreis Plattdeutsch: Leidenschaftliche Plattsnacker werden für kreative Initiativen geehrt

Heute und morgen Auszeichnung der Siegerprojekte

Wettbewerb für Mehrsprachigkeit zum dritten Mal durchgeführt

Die Gewinner des 3. VGH Förderpreises Plattdeutsch stehen fest. Heute und morgen werden ihre originellen Konzepte prämiert, mit denen sie Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahren den Zugang zur niederdeutschen Sprache ermöglichen oder erleichtern. In Kooperation mit dem Landschaftsverband Stade hatte die Regionaldirektion Stade der VGH Versicherungen den Wettbewerb 2015 ins Leben gerufen.

Den Juroren – Dr. Hans-Eckhard Dannenberg, Geschäftsführer des Landschaftsverbandes, Hans-Hinrich Kahrs, Fachberater Niederdeutsch/Die Region im Unterricht, und VGH-Regionaldirektor Rüdiger Meyer – fiel die Wahl nicht leicht. Meyer: „Alle eingereichten Initiativen zeugen von Kreativität, Begeisterung und hohem Engagement. Mehrere Bewerber haben gleich ein Bündel origineller Maßnahmen eingereicht.“

Mit Publikum auf plattdeutscher Zeitreise

VGH Förderpreis Plattdeutsch - 2017 - Schule Geestequelle - Plakat Kirchentheater
Das Plakat zum ausgezeichneten Theaterprojekt der Schule Geestequelle.

Über 1.500 Euro für den ersten Platz kann sich die Schule Geestequelle in Oerel freuen. Passend zum 500. Reformationsjubiläum übte die Oereler Music and Dance Corporation der Schülergenossenschaft TEAM gemeinsam mit Musiklehrerin Angela Martens ein kirchenhistorisches Theaterstück ein. Plattdeutsch sprechende Mütter und Großeltern standen den angehenden Plattsnackern beim Lernen und Proben der niederdeutschen Texte als „native speaker“ wochenlang zur Seite. Autor Hans-Hinrich Kahrs bettete seine Geschichte zudem nicht nur sprachlich, sondern auch regional ein.

„Von Luther bet vondoog – 500 Johr twüschen Gloven und Höpen“ erzählt von zwei Konfirmandinnen, die auf Zeitreise gehen. Von der Frühzeit der Reformation über die Moorkolonisation, die „Franzosenzeit“ und den Ersten Weltkrieg bis heute: Debbi und Lilly erleben den von Glauben und Hoffnung geprägten Alltag ihrer Vorfahren und Mitmenschen hautnah – und nahmen das Publikum in der Oereler Kirche gleich dreimal mit auf diese Reise.

Die Auszeichnung der Schule Geestequelle mit dem VGH Förderpreis Plattdeutsch würdigt weitere ambitionierte Projekte, wie regelmäßiges Singen und Weitergabe plattdeutscher Lieder durch beide Schulchöre, die Erstellung von Pixie-Büchern zum Plattdeutschlernen für Erstklässler oder die Pflege von „Klatsch- und Schnackspelen op’n Schoolhoff to’n Anfangen mit Plattdüütsch“.

Düdenbüttler heben spielerisch Sprachschätze

VGH Förderpreis Plattdeutsch - 2017 - Düdenbüttler Speeldeel
David, Lynn und Fabian (v. l.) gehören zu fast 100 Kindern, die die Düdenbüttler Speeldeel schon für Plattdeutsch begeisterte. (Foto: Privat)

Ein Preisgeld von 1.000 Euro erhält die Düdenbüttler Speeldeel. Sie verdiente sich den zweiten Platz mit einem Konzept, das Kinder und Jugendliche durch Sprachbegegnungen und aktives Sprechen vor Zuschauern über Jahre hinweg erfolgreich an Plattdeutsch heranführt. So singen, spielen und sprechen Mitglieder der Speeldeel einmal wöchentlich bereits mit älteren Kindergartenkindern. Darauf aufbauend betreut die Speeldeel auch die Plattdeutsch-AG der Grundschule Hammah.

Um den so erworbenen Sprachschatz zu vertiefen und aktiv zu praktizieren, stellt die Düdenbüttler Speeldeel außerdem jedes Jahr einen vorweihnachtlichen Theaternachmittag mit bis zu 25 jungen Protagonisten auf die Beine. Die Vorführung wird auf Adventsfeiern, bei den Landfrauen, vor Senioren und im Rahmen von Vereinsfesten mehrfach wiederholt. Da es nur wenige plattdeutsche Sketche oder kurze Theaterstücke gibt, greifen talentierte Betreuerinnen für die 6- bis 14-Jährigen auch selbst zur Feder.

Eine Anerkennung von jeweils 100 Euro erhalten für ihre einfallsreichen Konzepte zudem der Kehdinger Kinderchor, die Grundschule Balje und die Plattdeutsch AG der Realschule Süd in Buxtehude.

VGH Förderpreis Plattdeutsch: Anhaltend positives Echo

Unterstützung für Plattdeutsch: Regionaldirektion Stade - Rüdiger Meyer (Foto: Insa Hagemann)
VGH-Regionaldirektor Rüdiger Meyer (Foto: Insa Hagemann)

Regional bezogene Kulturarbeit ist den VGH Versicherungen im Geschäftsgebiet Stade ein wichtiges Anliegen. Regionaldirektor Rüdiger Meyer: „Das anhaltend positive Echo auf unseren Wettbewerb zeigt uns, dass Erhalt und Wiederbelebung der plattdeutschen Sprache den Menschen hier viel bedeuten. Die tollen Wettbewerbsbeiträge 2017 ermutigen uns, den VGH Förderpreis Plattdeutsch für junge Menschen erneut auszuschreiben.“

Teilnehmer können sich diesmal allerdings ein wenig mehr Zeit für ihre Bewerbung nehmen. Ab sofort loben die Organisatoren den VGH Förderpreis Plattdeutsch alle zwei Jahre aus, so dass vollständige Unterlagen erst wieder zum 30. September 2019 eingereicht werden müssen.

Konkreter Bezug zur heimischen Region

In Frage kommen sowohl bereits umgesetzte Einzelprojekte als auch solche, die sich in der Planungsphase befinden. Ob Schulen, Vereine, Jugendgruppen, freie Initiativen, gemeinnützige Einrichtungen, Stiftungen, Museen oder andere Kultur- und Bildungsstätten: Wer sich bewirbt, muss seinen Sitz im Gebiet der Landkreise Stade und Rotenburg (Wümme) haben. Die jeweils vorgeschlagene Maßnahme muss auch in diesen Landkreisen durchgeführt werden. Für den VGH Förderpreis Plattdeutsch eingereichte Konzepte sollen möglichst einen konkreten Bezug zur Gegenwart und zur Heimat haben (Dorf, Stadt, Region).

Methoden und Medien, die dieses Ziel verfolgen, sind frei wählbar. Sie können zum Beispiel Text, Film, Fotografie, Tonbeiträge, Theaterstücke oder -szenen sowie Websites oder Software umfassen.

Nähere Informationen zum VGH Förderpreis Plattdeutsch:
VGH Versicherungen, Regionaldirektion Stade, Bremervörder Str. 6, 21682 Stade, Gaby Reich, Tel. 04141/987-6101, gaby.reich@vgh.de

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