VGH Fotopreis 2019 geht an Jan Richard Heinicke

Für seine Arbeit „Melting Point“, die sich mit den Folgen des Klimawandels beschäftigt, erhält Jan Richard Heinicke den VGH Fotopreis 2019.

Jan Richard Heinicke - Gewinner des VGH Fotopreis 2019
Jan Richard Heinicke (Foto: Viola Maiwald)

Der junge Fotograf hat ein Team von Meeresforschern auf Expedition entlang der Ostküste Grönlands begleitet. Jan Richard Heinicke brilliert mit einer modernen und innovativen Herangehensweise. Es gelingt ihm, ein zentrales Thema unserer Zeit poetisch und zugleich journalistisch einzufangen: den Klimawandel. Noch nie war die Ausdehnung des arktischen Eises im Monat Juni so gering wie 2019. Keine Region der Erde heizt sich schneller auf als die Arktis. Die Erwärmung beträgt hier das Doppelte, stellenweise das Vierfache des globalen Mittels. Neben dem schwindenden Meereis sorgen sich Klimaforscher vor allem um den grönländischen Eispanzer. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Eisverlust auf Grönland vervierfacht. Als Gewinner des diesjährigen VGH Fotopreises erhält Jan Richard Heinicke für seine Arbeit „Melting Point“ ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Insgesamt hatten sich 36 Studierende mit unterschiedlichen Themen und Erzählstilen um den Preis beworben. Mit der Verleihung der Auszeichnung ist eine Ausstellung der Preisträgerarbeit sowie der Finalisten des Juryprozesses in der Galerie für Fotografie in Hannover (GAF) verbunden.

VGH Fotopreis 2019 - Jan Richard Heinicke - Melting Point
Nebel kommt im Sommer in der Arktis häufig vor, wenn warmes Oberflächenwasser auf kalte Luft trifft.

Die Ausstellungseröffnung und Verleihung des VGH Fotopreises findet statt am Mittwoch, 4. Dezember 2019, um 19 Uhr in den Räumen der GAF, Seilerstraße 15 d, 30171 Hannover.

Lobend erwähnt für ihre Arbeiten wurden darüber hinaus als Finalisten des Juryprozesses:

  • Andy Happel / „China Youth“
  • Nanna Heitmann / „Hiding from Baba Yaga“
  • Jana Mai / „Die Nachfahren der Wölfe“
  • Ole Spata / „Artefakte einer Teilung“
  • Stefanie Silber / „Das ewige Nesthäkchen“

 

VGH Fotopreis: Exklusive Förderung seit 2008

VGH Fotopreis 2019 - Gewinner Jan Richard Heinicke - Bild aus der Fotodokumentation Melting Point
Es gibt verschiedene Arten von Eis. Eisberge sind Bruchstücke von Gletschern und türmen sich wie hier rund 100 Meter in den kalten Himmel.

Der VGH Fotopreis ist mit 10.000 Euro bundesweit eine der höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich Fotografie. Seit 2008 wird er ausschließlich unter den Studierenden des Studiengangs „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ der Hochschule Hannover (HsH) vergeben. Mit ihrer exklusiven Förderung unterstützt die VGH den international renommierten Studiengang, der über einen deutschlandweit einmaligen Schwerpunkt im Bereich des Fotojournalismus und der Dokumentarfotografie verfügt. Neben der Vermittlung klassischer, journalistischer Bildsprachen fokussiert der Studiengang auf aktuelle Perspektiven des Dokumentarischen und eine zukünftige Praxis bildjournalistischer Visualisierungen.

VGH Fotopreis 2019 - Jan Richard Heinicke - Melting Point - Forschungsschiff aus der Luft
Die Maria S. Merian aus der Luft. Nach fünf Jahren auf See lief sie im September in Emden ein, um überholt zu werden.

„Wir freuen uns sehr über das langjährige Engagement der VGH für unseren Studiengang. Es gibt uns die Möglichkeit, die hervorragende Arbeit unserer Studierenden über die Grenzen der Hochschule hinaus publik zu machen und finanziell zu fördern“, sagt Prof. Dr. Karen Fromm, Professorin des Studiengangs und Koordinatorin des VGH Fotopreises.

Expertenjury von hoher Qualität beeindruckt

Die Fachjury, die über die Vergabe des VGH Fotopreises entscheidet, bestand in diesem Jahr aus Thorsten Gerke, Bildredaktion SPIEGEL; Lars Lindemann, Fotochef GEO; Amelie Schneider, Leiterin Bildredaktion DIE ZEIT; Barbara Stauss, Bildredaktion mare und Reporter ohne Grenzen; Michael Thomas, Cheffotograf Hannoversche Allgemeine Zeitung; Andreas Trampe, Leiter Bildredaktion STERN; Alexandra Bartsch, VGH Versicherungen.

VGH Fotopreis 2019 - Jan Richard Heinicke - Melting Point
Der Blick aus einem Bullauge auf die raue See bei Island

„Das Niveau der diesjährigen Einreichungen zum VGH Fotopreis war erfreulich hoch. Zum Ende der Jurysitzung galt es, aus noch sechs nahezu perfekten Arbeiten den Gewinner zu ermitteln – keine leichte Aufgabe“, lobt Lars Lindemann, Fotochef von GEO.

„Jan Richard Heinickes Wissenschaftsreportage ‚Melting Point‘ setzte sich aufgrund der sowohl journalistisch als auch künstlerisch sehr hohen Qualität und des gelungenen Zusammenwirkens von Portraits, Stillleben und Sense-of-Place-Motiven durch.“

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