Vorläufige Jahreszahlen 2014

VGH vertrieblich stark und solide finanziert im historischen Niedrigzinsumfeld

  • Landschaftliche Brandkasse: Umsatz wächst in allen wichtigen Sparten
  • Provinzial Leben: Dynamisches Neugeschäft stabilisiert Beitragswachstum
  • Provinzial Kranken: Kräftiges Beitragsplus von gut sieben Prozent
  • Ausblick: Für anstehende Herausforderungen gut gerüstet

„Unser Neugeschäft läuft 2014 in allen wichtigen Sparten und Kundengruppen auf hohem Niveau. Dass wir Marktanteile gewinnen und unsere regionale Marktführerschaft behaupten, haben die VGH Versicherungen ihren beiden Vertriebspartnern – Vertretern und Sparkassen – zu verdanken, aber auch grundlegenden Produktinnovationen und vielen Leistungserweiterungen.“ Dieses positive Fazit zog Vorstandsvorsitzender Hermann Kasten bei der Vorstellung der vorläufigen Jahreszahlen in Hannover.

Landschaftliche Brandkasse: Umsatz wächst in allen wichtigen Sparten
Die Beitragseinnahmen der für die Schaden- und Unfallversicherung zuständigen Landschaftlichen Brandkasse Hannover bewegen sich zum dritten Mal in Folge deutlich über Vorjahresniveau. Sie steigen im selbst abgeschlossenen Geschäft zum Jahresende 2014 auf voraussichtlich 1.080 Mio. Euro (Vj: 1.032 Mio.). Das Plus von 4,7 Prozent liegt erneut über der Branchenerwartung. Haupttreiber in den Kompositsparten sind die überplanmäßige Beitragsentwicklung in den Sachversicherungen (+3,8 %; allein in Wohngebäude +5,1 %) und dem Kfz-Geschäft (+7,1 %). Als erfreulich wertete Kasten auch den Zuwachs in weiteren Kernsparten. Dazu gehören insbesondere die Haftpflicht (+1,5 %), Rechtsschutz (+3,4 %) und allgemeine Unfall (+2,2 %).Niedrige, weiter sinkende Stornoquoten und Beschwerdezahlen stabilisieren die gute Beitragsentwicklung über alle Sparten hinweg. Die Zahl der Verträge im Bestand der Brandkasse wächst in nahezu allen Bereichen, insgesamt um etwa 1,0 Prozent auf mehr als 3,9 Millionen.

Die Schadenbelastung entwickelt sich nach dem unternehmenshistorisch höchsten Aufwand des Vorjahres günstiger, bleibt aber auf hohem Niveau. Hermann Kasten: „Was Stürme, Hagel und Überschwemmungen angeht, verlief das Jahr 2014 in Niedersachsen bisher eher unauffällig. Gefordert war unsere zuverlässige und leistungsstarke Schadenregulierung aber durch eine wachstumsbedingt steigende Schadengrundlast, durch zunehmende Leitungswasserschäden, überdurchschnittlich viele Großfeuer und schwere Personenschäden in der Kraftfahrtversicherung.“ Insgesamt muss die VGH aus heutiger Sicht bis Jahresende etwa 793 Mio. Euro für Schäden aufbringen (Vj: 856 Mio., -7,4 %). Während die Schadenquote der Brandkasse 2013 bei 78,5 Prozent lag, dürfte sie 2014 auf 69,8 Prozent sinken. Da es gelungen ist, auch die Kostenquote auf 25,7 Prozent zu reduzieren (Vj: 26,1 %), wird sich die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) auf voraussichtlich 95,5 Prozent verbessern (Vj: 104,7 %).

Die Kapitalanlagen der Brandkasse wachsen von 2,79 Mrd. Euro (2013) auf 2,87 Mrd. Euro, der im aktuellen Marktumfeld gute Ertrag daraus liegt leicht über Plan bei 79 Mio. Euro (Vj: 91 Mio.). Trotz der seit mehr als 100 Jahren niedrigsten Kapitalmarktzinsen erzielt die Brandkasse damit eine solide Nettoverzinsung von 2,8 Prozent (Vj: 3,4 %). Der Überschuss vor Ertragsteuern und Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) steigt auf geschätzt 31,0 Mio. Euro (Vj: 24,2 Mio.).

Provinzial Leben: Dynamisches Neugeschäft stabilisiert Beitragswachstum
Das laufende Geschäftsjahr der Provinzial Leben ist geprägt durch ein dynamisches Neugeschäft, das sowohl nach Stückzahl als auch Beitragsentwicklung etwas höher ausfällt als im Gesamtmarkt. Thomas Krüger, Vorstand für Personenversicherungen und Kapitalanlagemanagement: „Eine wichtige Rolle hat dabei unsere neue Produktlinie gespielt, die sehr gut angenommen wird. Mit der ‚VGH Rente’ bieten wir den Menschen in unserem Geschäftsgebiet vor dem Hintergrund sehr niedriger Zinsen am Kapitalmarkt und veränderter Kundenbedürfnisse neue Formen des Altersvorsorgesparens an.“ Seit März 2014 können sich VGH-Kunden zwischen den Varianten Klassik, Garant und Invest entscheiden, die bei umfänglichen Garantien eine flexiblere Gewichtung zwischen Renditechancen und Sicherheit bieten.

Die Beitragseinnahmen der Provinzial Leben werden inklusive Provinzial Pensionskasse mit 744 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 736 Mio. Euro erwartet. Das Beitragsplus von 1,1 Prozent resultiert vor allem aus gestiegenen Einmalbeiträgen. Sie erreichen etwa 220 Mio. Euro (Vj: 203 Mio., +8,3 %). Die Einnahmen der Provinzial Leben aus laufenden Beiträgen werden mit geschätzt 498 Mio. Euro knapp unter Vorjahresniveau liegen (504 Mio., -1,2 %).

Für Versicherungsfälle, Ablaufleistungen und Rückkäufe mit Überschussanteilen wird die Provinzial Leben ihren Kunden voraussichtlich 760 Mio. Euro auszahlen (Vj: 737 Mio., +3,1 %). Krüger: „Bei der Provinzial Leben hält die große Mehrheit der Versicherten ihre Altersvorsorgeverträge bis zum Ende der Laufzeit. Wir sprechen also ganz überwiegend von regulären Ablaufleistungen mit hohen Realwertrenditen.“

Dass die Zahl der Vertragskündigungen konstant niedrig liegt, führte Krüger auf eine hohe Kundenzufriedenheit und das zu Recht ungebrochene Vertrauen in die Produkt- und Servicequalität der VGH zurück: „Unsere beitragsbezogene Stornoquote bewegt sich mit 3,8 Prozent konstant unterhalb des Marktdurchschnitts von rund fünf Prozent.“

Die Kapitalanlage der Provinzial Leben wächst von 7,65 Mrd. Euro auf 7,86 Mrd. Euro. Das Anlageergebnis wird trotz extremen Niedrigzinsniveaus aus heutiger Sicht 335 Mio. Euro betragen (Vj: 336 Mio.). Die Nettoverzinsung beläuft sich auf 4,3 Prozent (Vj: 4,5 %). Sie liegt damit unverändert deutlich über den durchschnittlichen Garantieverpflichtungen der Provinzial von derzeit 2,88 Prozent. Die Dotierung der Zinszusatzreserve als bilanzielle Vorsorge für eine länger andauernde Niedrigzinsphase ist mit der ausgewiesenen Nettoverzinsung ebenfalls gesichert. Der Rohüberschuss – nach Zinszusatzreserve und Direktgutschrift (darin enthalten die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven) – wird auf 81,2 Mio. Euro hochgerechnet (Vj: 111 Mio.). Er liegt in Höhe des Planansatzes.

Thomas Krüger: „Mit der Überschussdeklaration für das Jahr 2015 erzielen wir eine nach wie vor attraktive Gesamtverzinsung von 4,5 Prozent. Die darin enthaltene laufende Überschussbeteiligung senken wir moderat von 3,25 auf 3,0 Prozent ab, um die Reservestärke der Provinzial Leben auch mittelfristig zu erhalten. Die Schlussüberschussanteile bleiben unverändert.“ Mit dieser Anpassung folgt die Provinzial ihrer auf langfristige Garantien ausgerichteten Kapitalanlagestrategie.

Darin wird sie auch von unabhängiger Seite bestätigt: Erstmals hat sich der Lebensversicherer der VGH 2014 freiwillig der Beurteilung durch die renommierte Rating-Agentur Assekurata unterzogen. Krüger: „Das Gütesiegel A+ bescheinigt der Provinzial eine starke Bonität mit stabilem Ausblick. Ausdrücklich gelobt wird das auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit angelegte Geschäfts- und Risikomodell der Provinzial. Dieses Ergebnis ist für ein deutsches Lebensversicherungsunternehmen im aktuellen Marktumfeld überdurchschnittlich gut und ein wichtiges Signal an unsere Kunden.“

Provinzial Kranken: Kräftiges Beitragsplus von gut sieben Prozent
Die Provinzial Krankenversicherung Hannover AG erwartet auch 2014 einen Anstieg ihrer Beitragseinnahmen. Sie wachsen deutlich um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 62,5 Mio. Euro. Dabei resultiert der Großteil des Beitragswachstums aus dem Neugeschäft. Getragen wird diese Entwicklung vor allem durch die 2013 eingeführten Pflegeversicherungsprodukte „VGH PflegeFlex“ und „VGH PflegeBahr“. In beiden Pflegetarifen sind mittlerweile zusammen mehr als 15.000 Kunden versichert.

Als erfreulich bezeichnete der Vorstand die Entwicklung der Gesamtzahl versicherter Personen. Zum Jahresende werden rund 156.000 Kunden bei der Provinzial Krankenversicherung versichert sein, etwa 3,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Während das Geschäft mit Zusatzversicherungen im gesamten Jahresverlauf stabil und kontinuierlich wächst, liegt der Bestand in der Vollversicherung auf dem Niveau des Vorjahres (ca. 14.500). Verglichen mit der aktuellen Marktbewegung ist dies ebenfalls als positiv einzuschätzen.

Für 2014 rechnet die Provinzial Krankenversicherung mit Aufwendungen für Versicherungsfälle in Höhe von 26,2 Mio. Euro (Vj: 24,7 Mio.). Die Veränderung entspricht dem Bestandswachstum des Unternehmens.

Das hochgerechnete Kapitalanlageergebnis erreicht wie im Vorjahr 8,9 Mio. Euro. Die Nettoverzinsung liegt trotz des historischen Niedrigzinsniveaus bei 3,5 Prozent (Vj: 4,1 %). Insgesamt erwirtschaftet die Provinzial Krankenversicherung einen Überschuss von voraussichtlich 10,3 Mio. Euro vor Steuern und erfolgsabhängiger Rückstellung für Beitragsrückerstattung (Vj: 11,7 Mio.).

Beitragseinnahmen der Versicherungsgruppe über Vorjahresniveau
Die gesamten Beitragseinnahmen der Landschaftlichen Brandkasse Hannover, der Provinzial Lebensversicherung Hannover, der Provinzial Krankenversicherung Hannover AG und der Provinzial Pensionskasse Hannover AG werden damit zum Jahresende erneut deutlich über den guten Ergebnissen von 2013 liegen. Sie steigen voraussichtlich um 3,3 Prozent auf insgesamt 1,934 Mrd. Euro.

Ausblick: Für anstehende Herausforderungen gut gerüstet
An das kommende Geschäftsjahr hat der Vorstand „gedämpfte Erwartungen“. Die Kapitalmarktzinsen werden nach der Leitzinssenkung auf ein historisches Tief von 0,05 Prozent über 2015 hinaus auf niedrigem Niveau verharren und weiter auf die Ergebnislage drücken. Institutionelle wie private Anleger müssen ihre Zinserwartungen deshalb mittelfristig anpassen. Vertrieblich dürfte die Absenkung des Höchstrechnungszinses in der Lebensversicherung zum 1. Januar 2015 Vorzieheffekte auslösen und dadurch das Neugeschäft im kommenden Jahr vorübergehend bremsen. Für die Schaden- und Unfallversicherungen nimmt die Brandkasse nach den kräftigen Beitragszuwächsen der letzten drei Jahre in den Folgejahren abgeschwächte Wachstumsraten an.

Die Provinzial Krankenversicherung erwartet neben den vorhandenen Vertriebschancen im Wachstumsmarkt der Pflegeversicherung mittelfristig auch wieder stärkere Impulse in der Vollversicherung, unter anderem als Folge der Finanzierungsreform der gesetzlichen Krankenversicherung 2014/2015. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung bleibt das Kapitaldeckungsverfahren der privaten Kranken- und Lebensversicherung ein essenzieller Grundpfeiler der Zukunftsvorsorge.

Niedrigzinsphase, anhaltend hoher Schadenaufwand und höhere Anforderungen an das Risiko- und Kapitalmanagement zwingen zu Kostendisziplin. Verschärfend wirken sich Regelungen des 2014 verabschiedeten Lebensversicherungs-Reformgesetzes (LVRG) aus, die unter anderem eine Reduktion der Kostenbelastung von Verträgen fordern, vor allem bei den Abschlusskosten. Hermann Kasten: „Im Spannungsfeld zwischen Servicequalität und Ergebnisdruck müssen wir weiter daran arbeiten, unsere Kostenquoten zu senken. Auf diesem Weg sind wir in den letzten Jahren Stück für Stück vorangekommen.“

Für die anstehenden Herausforderungen sieht der Vorstand die VGH auch sonst gut gerüstet. Kasten: „Wir haben uns 2014 ausgesprochen gut geschlagen – besser als viele Marktteilnehmer. Die VGH hat zahlreiche Wettbewerbsstärken, die uns auch in rauen Zeiten auf Erfolgskurs halten: exzellente Produkte, marktgerechte Preise und das landesweit beispiellose, dezentrale Servicenetz der VGH mit ihren elf Regionaldirektionen, mehr als 500 Vertretungen und gut 1.100 Sparkassen-Geschäftsstellen zur Betreuung von 1,8 Millionen Kunden. Dazu kommen 265 Jahre Erfahrung und kompetente, engagierte Mitarbeiter mit überdurchschnittlich langer Betriebsbindung sowie eine hohe Marktdurchdringung und verlässliche Kundennähe. Als öffentlich-rechtlicher, gemeinwohlorientierter und von Aktionärsinteressen unabhängiger Versicherer verfügt die VGH auch im aktuellen Marktumfeld über eine robuste Kapitalausstattung.“

Die VGH Versicherungen vereinen folgende Einzelunternehmen:

  • Landschaftliche Brandkasse Hannover (LH)
  • Provinzial Lebensversicherung Hannover (PH)
  • Provinzial Pensionskasse Hannover AG (PPH)
  • Provinzial Krankenversicherung Hannover AG (PK)
          VGH
2013HR 2014
Geb. Bruttobeitragseinnahmen (Mio. Euro) in:
Schaden/Unfall (LH), saG1.031,8 (+5,3%)1.080,0 (+4,7%)
aktive Rückversicherung (LH)   47,3 (-24,3%)   48,0 (+1,4%)
Leben (PH ohne Beiträge aus RfB)   709,5 (+2,9%)   718,0 (+1,2%)
Pensionskasse (PPH)    26,1 (+1,0%)    25,7 (-1,4%)
Kranken (PK)    58,4 (+0,8%)    62,5 (+7,1%)
gesamt1.873,1 (+3,2%)1.934,2 (+3,3%)
Kunden in Tausend1.7501.755
Vertragsbestand in Tausend4.8604.890
Lebensversicherungssumme in Mio. Euro (Bestand)26.91627.316
Mitarbeiter (direkt und mittelbar)*4.4934.438

*Mitarbeiter, Aushilfen, Auszubildende, Freier Außendienst, Mitarbeiter in Vertretungen (Gesamtzahlen VGH inkl. ivv GmbH und Rechtsschutz Schaden-Service GmbH)

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